Das sagen dänische Forscher vom Kopenhagener Universitätshospital, nachdem sie 265 Patienten im Rahmen einer Studie untersucht haben. Alle Patienten wurden zwischen 2003 und 2004 wegen einer traumatischen Verletzung in diesem Universitätskrankenhaus eingeliefert. Die Verletzten kamen direkt vom Unfallort.

Die Arbeitsgruppe prüfte bei allen Verletzten sofort die Interleukin-6-Spiegel (IL-6) und Interleukin-10-Spiegel (IL-10). Bei IL-6 handelt es sich um ein pro-inflammatorisches Zytokin. IL-10 dagegen ist ein anti-inflammatorisches Zytokin. Alle Blutwerte wurden innerhalb von 40 Minuten nach der Einlieferung bestimmt. Nach sechs, zwölf und 24 Stunden wurden diese Blutuntersuchungen wiederholt.

30 Tage nach dem Trauma lag die Mortalität bei 10.9 Prozent. Als man dies mit den IL-6 und –10-Spiegeln verglich, zeigte sich eine klare Korrelation: Je höher die Zytokinspiegel, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der entsprechende Patienten innerhalb der ersten 30 Tage nach der Verletzung starb. Zum Todeszeitpunkt waren die Zytokinspiegel noch einmal angestiegen und lagen beim IL-6 beim Vierfachen des Wertes zum Einlieferungszeitpunkt und bei IL-10 beim Zehnfachen.

Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse ist auch en Studienleitern nicht ganz klar. Man weiß nicht, ob die hohen Zytokinspiegel nun gut oder schlecht für den Körper sind. Möglicherweise handelt es sich beim Zytokin IL-10 um den Versuch des Körpers, sich selbst zu helfen. Dann wäre der Tod des Patienten auch der Ausdruck einer möglichen „Zytokinerschöpfung“, sagte der Studienleiter, als er die Studie bei der 36. Jahrestagung der „Society of Critical Care Medicine” vorstellte. Zugleich überlegten die Studienleiter, IL-10 möglicherweise durch Kortikosteroide anzuregen.

MEDICA.de; Quelle: Society of Critical Care Medicine (SCCM): 37th Annual Meeting Poster 282