Frauen, in deren Familie Brustkrebs gehäuft auftritt, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst einmal daran zu erkranken. Ursache ist häufig ein Gendefekt. "Bei diesen Patientinnen ist ein besonders engmaschiges Netz an Früherkennungsmaßnahmen erforderlich. Die MRT ist hier deutlich treffsicherer als alle anderen Diagnoseverfahren - und sie kommt ohne Röntgenstrahlung aus", erklärt Prof. Maximilian Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie am Klinikum der Universität München. Für Patientinnen mit familiär gehäuftem Brustkrebs, die bereits früh mit dem Screening beginnen und besonders empfindlich auf Röntgenstrahlen reagieren, ist dies besonders wichtig.

Eine zentrale Bedeutung kommt der MRT ferner in der Krebsnachsorge zu. "Wenn es um die Unterscheidung von Operationsnarbe und neuem Tumor geht, stoßen Mammographie und Ultraschall häufig an ihre Grenzen. Mit der MRT dagegen lässt sich mit hoher Präzision erkennen, ob ein neuer Krebsherd entstanden ist", so Dr. Claudia Perlet, Oberärztin und Spezialistin für Mammadiagnostik am Institut für Klinische Radiologie des Klinikums der Universität München.

Neben dieser bereits etablierten Indikation kommt die MRT in jüngster Zeit auch zunehmend vor dem operativen Eingriff zum Einsatz. Häufig wird so ein weiterer Tumor aufgespürt - eine für die anschließende Operationsplanung entscheidende Erkenntnis. "Vor einer Brustoperation sollte bei eingeschränkter mammographischer und sonographischer Beurteilbarkeit grundsätzlich eine MRT gemacht werden, damit wirklich alle Krebsherde erkannt und in einem einzigen Eingriff entfernt werden können. Das erspart der Patientin nicht nur eine zusätzliche Operation, sondern auch unnötige psychische Belastungen", erläutert Dr. Perlet.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität München