Dr. H. Robert Superko vom Fuqua Heart Center in Atlanta, Georgia, USA, stellte auf dem diesjährigen Kongress der "American Heart Association" die "Coffee and Lipoprotein Metabolism Study" vor. Ziel der Studie war, den Einfluss koffeinhaltigen und entkoffeinierten Kaffees auf verschiedene Parameter des Glukosestoffwechsels zu untersuchen.

An der prospektiven Studie nahmen 187 Personen teil. Randomisiert enthielten sie sich entweder jeden Kaffeegenusses (59 Personen), tranken nur koffeinhaltigen Kaffee (66 Personen) oder nur entkoffeinierten Kaffee (62 Personen). Die "Dosis" lag bei drei bis sechs Tassen pro Tag über einen Zeitraum von drei Monaten. Der Test war verblindet, denn die Kaffeetrinker erhielten kleine Kaffeesäckchen und wussten nicht, ob der Kaffee Koffein enthielt oder nicht. Alle Probanden wurden außerdem regelmäßig labormedizinisch untersucht.

Am Ende der Studie zeigte sich kein Unterschied in den drei Gruppen in Bezug auf Gesamtcholesterin, Triglyceride, HDL-Cholesterin, Blutdruck und Herzfrequenz und Body Mass Index. Auch verschiedene Werte des Glukosestoffwechsels zeigten keine Unterschiede.

Allerdings erhöhte der entkoffeinierte Kaffee signifikant die ApoB-Spiegel um acht Prozent (p kleiner 0.001). In den anderen Gruppen zeigte sich keine Veränderung dieses Wertes.

Die Studienleiter glauben, dass die Erhöhung des ApoB-Wertes nicht auf das fehlende Koffein sondern auf die speziellen Bohnen zurückzuführen sind, die häufig zur Herstellung entkoffeinierten Kaffees verwendet werden.

Über die Bedeutung dieses Ergebnisses sind sich die Mediziner nicht einig. ApoB ist zwar häufig auch beim metabolischen Syndrom erhöht. Frühere Studien kamen aber übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass Kaffee ob koffeinhaltig oder nicht keine Gesundheitsschäden verursacht. Geplant sind daher weitere Studien zu diesem Thema.

MEDICA.de; Quelle: AHA 2005 Scientific Sessions Abstract 3852