Trittanalyse im Radrennsport und in der Rehabilitation

Profisportler Michael Rich testet
neue Trittanalyse; © Uni Freiburg

Das neue Messsystem wird zwischen Pedale und Tretkurbel platziert. Die Vortriebs- und Verlustkräfte werden mit Hall-Sensoren und Referenzfederelementen erfasst, digitalisiert und telemetrisch vom Rahmen auf eine Empfangseinheit übertragen, von dort über die serielle Schnittstelle direkt auf einen Rechner geleitet, um die gesamte Trainingseinheit zu analysieren. Leistungssportler Michael Rich, Olympiasieger, Zeitfahr- Vizeweltmeister und Profi im Team Gerolsteiner, hat seine Tritttechnik bereits mit Hilfe des innovativen Systems analysieren lassen.

Neben dem Sport kommt das System auch in der medizinischen Rehabilitation zum Einsatz. Ein Elektrostimulator reizt die Muskeln von Patienten mit einer Querschnittlähmung, um ihnen das (Drei-)Radfahren mittels eigener Muskelkraft zu ermöglichen.

Das Gerät stimuliert in einer bestimmten Abfolge drei Muskelpartien in jedem Bein. Dazu werden auf die Haut Elektroden geklebt, über die der Stimulator Nervenfasern reizt, die zu den Muskeln verlaufen. Als Folge kontrahieren diese Muskeln. Welche Muskeln gereizt werden, hängt von der Beinposition an der Tretkurbel ab. Die Pedalkräfte werden für jeden Patienten individuell mit Hilfe des innovativen Messsystems eingestellt.

Komplett querschnittgelähmte Patienten erreichen mit dieser funktionalen Elektrostimulation (FES) etwa ein Zehntel der Tretkraft eines Gesunden und können nach drei Monaten Training etwa 2,5 Kilometer weit radeln. Die atrophischen Beinmuskeln werden wieder aufgebaut und die Haut wird durch die Bewegung besser durchblutet, was die Gefahr von Ödemen und Dekubitus senkt. Außerdem wirkt die Belastung dem Knochenschwund entgegen und hält den Kreislauf in Schwung.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF)