Das zeigt eine Studie aus Frankfurt am Main, die jetzt bei der „6th European Breast Cancer Conference (EBCC)“ in Berlin vorgestellt wurde. Die Frankfurter Mediziner nutzten Daten eines Registers von 122 Frauen, die alle schwanger waren, als man bei ihnen ein Mammakarzinom diagnostizierte. 83 dieser Frauen konnte man retrospektiv analysieren,. Die anderen wurden prospektiv untersucht. Das Durchschnittsalter der Frauen lag bei 33 Jahren und sie waren durchschnittlich in der 21. Schwangerschaftswoche, als die Diagnose kam. Die Kinder kamen dann durchschnittlich in der 36. Woche auf die Welt.

Einige Patientinnen hatten sich nach der Karzinomdiagnose für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Bei den anderen Frauen wurden 43,2 Prozent operiert und erhielten anschließend eine Chemotherapie, 33,3 Prozent wurden nur operiert, 5,4 Prozent erhielten lediglich eine Chemotherapie und 2,7 Prozent entschieden sich gegen jede Behandlung bis zur Austragung des Kindes.

Was war mit den Neugeborenen? Unter jenen Kindern, die Chemotherapie ausgesetzt waren, litt eines an einer Alopezie, eines hatte ein geringes Geburtsgewicht, ein weiteres Trisomie 18 und verstarb daran und ein weiteres eine nekrotische Enterokolitis, die es ebenfalls nicht überlebte. Dies ist nach Aussagen der Studienleiter ein Ergebnis, das man auch bei Geburten ohne Chemotherapie der Mutter erwartet hätte. Chemotherapie bei einer Schwangeren, so das Fazit, schadet einem Ungeborenen also offensichtlich nicht.

Die Frankfurter Wissenschaftler wollen jetzt das weitere Schicksal der Neugeborenen verfolgen und hoffen, bis zum Ende des Jahres 200 Frauen in ihrer Datenbank zu haben. Dies wäre dann nach ihren Angaben die größte Datenbank zum Thema Brustkrebs in der Schwangerschaft.

MEDICA.de; Quelle: 6th European Breast Cancer Conference (EBCC) Abstract 61