Immer wieder hört man auch von jungen Frauen, die an Brustkrebs erkranken. Jetzt zeigt eine Studie, dass bösartige Neoplasien bei jungen Frauen sich in verschiedenen Merkmalen von Mammakarzinomen älterer Frauen unterscheiden. Das hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Carey K. Anders von der University of North Carolina at Chapel Hill, USA, heraus gefunden.

Die Wissenschaftler suchten eigentlich nach Merkmalen, die die Überlebensprognose von jungen Frauen unter 45 Jahren mit einem Mammakarzinom bestimmen. Dazu analysierten sie die Daten von vier verschiedenen Datenbanken. Unter den insgesamt 784 Fällen waren 200 Frauen unter 45 Jahre und 211 Frauen, die zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 65 Jahre waren. Beim Vergleich der Tumormerkmale fiel das Folgende auf:

Bei jüngeren Frauen ist die Inzidenz Östrogenrezeptor-positiver Tumoren deutlich geringer (p gleich 0.027). Außerdem sind diese Mammakarzinome oft größer als bei älteren Frauen und die Lymphknoten sind öfter befallen (p gleich 0.012; p gleich 0.008). Bei älteren Frauen dagegen ist die Zahl Östrogenrezeptor-positiver Mammakarzinome eindeutig höher.

Welche Faktoren bestimmen das krankheitsfreie Überleben bei Mammakarzinomen junger Frauen? Je jünger die Frauen, desto schlechter die Prognose (p kleiner 0.001). Große Tumoren und solche, bei denen bereits die Lymphknoten befallen sind, haben ebenfalls eine schlechtere Überlebenschance. Auch eine geringe Expression des Östrogenrezeptors-Beta deutet darauf hin, dass eine junge Frau eher schlechtere Überlebenschancen hat.

In ihrer Studie analysierten die Wissenschaftler auch die Genexpression von mehr als 10.000 Genen in den Karzinomen der jungen und älteren Frauen. Auch dabei zeigten sich deutliche Unterschiede. 367 biologisch relevante Genkombinationen kommen bei jüngeren Frauen häufiger vor.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Oncology 2008, Vol. 26(20), S. 3324-3330