Tumoren „leuchten“ während des Eingriffs

Foto: Operation

Während der Operation kann unter
speziellem UV-Licht des Operations-
mikroskops der zu entfernende
Hirntumor sichtbar unterschieden
werden;© UKJ

Doktor Christian Ewald vom Thüringer Universitätsklinikum: „Vor einem Eingriff trinken die Patienten die körpereigene Substanz, eine Vorstufe des Blutfarbstoffes Hämoglobin. Diese reichert sich im Hirntumor an und wird dort zu einem fluoreszierenden Farbstoff umgewandelt.“ Das Ergebnis: Während der Operation kann unter speziellem UV-Licht des Operationsmikroskops der zu entfernende Hirntumor deutlich sichtbar vom gesunden Hirngewebe unterschieden werden. Der Hirntumor leuchtet rosa, während das umgebende, tumorfreie Gewebe dunkelblau strahlt. Eine Herausforderung bei neuro-onkologischen Eingriffen besteht darin, dass hirneigene Tumoren in der Regel weit in das eigentliche Hirngewebe einwachsen und somit als Tumor nur schwer zu erkennen sind. „Gleichzeitig ist das Ziel solcher Operationen, eine nahezu vollständige Tumorentfernung zu erzielen, ohne dabei jedoch relevante Hirnregionen zu gefährden. Das fluoreszenzgestützte Operieren ist ein wichtiger Schritt zu noch mehr Präzision und damit für bessere Ergebnisse der Operationen“, erklärt der Klinikdirektor Professor Rolf Kalff.

Bereits über 100 Operationen wurden in der Klinik mit diesem Verfahren bereits durchgeführt: „Operationen am Gehirn sind extrem anspruchsvoll. Denn natürlich sollen die neurologischen Funktionen des Gehirns nicht beeinträchtigt werden. Durch dieses hochspezialisierte Verfahren in der Hirntumorchirurgie ist eine komplette Tumorentfernung mit weitaus höherer Effektivität und Sicherheit möglich. Das führt zu einer deutlich verbesserten Prognose für die betroffenen Patienten, wie klinische Studien belegt haben“, erläutert Oberarzt Doktor Jan Walter.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Jena (UKJ)