Tumoren mit CyberKnife behandeln

Foto: Frau liegt unter klinischem Roboter

Zielgenaue bildgeführte Roboter-
Radiochirurgie; © Klinikum der
Universität München

Zwischen 2005 und 2007 wurden 102 Patienten mit ein oder zwei spinalen Tumoren am Europäischen CyberKnife-Zentrum München-Großhadern in Kooperation mit dem Klinikum der Universität München (LMU) behandelt. Bei insgesamt 134 Tumoren handelte es sich um sekundäre bösartige Geschwulste bei Patienten mit Brust-, Nieren-, Darm-, Prostata- und Lungenkrebs sowie Tumoren des Stützgewebes.

Besonders auffällig war die Schmerzreduktion bereits eine Woche nach der Bestrahlung des Krebsgewebes. Durch die nur einmalige Bestrahlung, die ambulant und ohne Medikation auskommt, verringern sich die Kosten gegenüber einer klassischen Operation erheblich. Auch die Komplikationsraten sind im Vergleich dazu niedriger.

Die spinale Strahlenchirurgie ist eine relativ neue Methode zur primären oder ergänzenden Behandlung von Tumoren an der Wirbelsäule. Ähnlich der neurochirurgischen Strahlenchirurgie des Gehirns ist dazu eine hohe Zielgenauigkeit nötig, da sich im Umfeld sehr strahlenempfindliche Strukturen, wie das Rückenmark, befinden.

Durch die Atembewegung verändert sich während einer Bestrahlung die Position der zu bestrahlenden Geschwulst. Um diese räumlichen Veränderungen auszugleichen, benötigten die Systeme bisher invasive Markierungen. Dazu mussten in einem kleinen chirurgischen Eingriff Metallplättchen an der Wirbelsäule angebracht werden, die dann mit den bildgebenden Verfahren während der Bestrahlung eine Lageortung des zu bestrahlenden Gewebes ermöglichten.

Jetzt entfällt bei der CyberKnife Technologie die Notwendigkeit von Metallmarkern. Stattdessen werden knöcherne Strukturen genutzt, um eine dynamische Positionsbestimmung vorzunehmen. Das System kann die Strahleneinheit jeweils auf das Zielgebiet adjustieren, indem es die Bewegungen von knöchernen Strukturen der Wirbelsäule misst und daraus in Echtzeit die Ortsberechnung des Tumors vornimmt.

Damit wird die Behandlung schonender für den Patienten und zugleich sicherer, weil den Betroffenen ein chirurgischer Eingriff zur Implantation der Marker erspart bleibt und Schmerzen sowie eventuell dadurch auftretende Komplikationen vermieden werden können.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität München