Tumorresistenz verringern

HO-1 Expression im humanen HCC

Die Überlebenszeit nach der Diag-
nose eines Leberzellkarzinoms
beträgt im Schnitt ein Jahr;
© Sass/Uniklinik Hamburg

Die Diagnose Leberzellkarzinom, oder Hepatozelluläres Karzinom (HCC), ist für die Betroffenen oftmals der Anfang vom Ende. Jährlich sterben mehr als 500.000 Menschen an den Folgen eines HCC.

Häufig treten Resistenzen gegen Chemotherapeutika auf, die zum Teil auf die Expression des multi-drug resistance protein (MDR1) zurückgeführt werden können. Zur Tumorresistenz könnte aber auch die vermehrte Produktion anderer Schutzproteine in Leberkarzinomzellen beitragen.

Ein bekanntes Schutzprotein der Leber ist HO-1, dessen eigentliche Aufgabe der Abbau des roten Blutfarbstoffes ist. Die hierbei entstehenden Abbauprodukte tragen alle zum Schutz der Zellen bei. In verschiedenen Tumoren waren stark erhöhte Mengen an HO-1 nachweisbar. Die Vermutung lag daher nahe, dass die Ausschaltung der HO-1-Produktion einen Ansatz für die Krebstherapie darstellen könnte. Tatsächlich ist es gelungen, mit Zink-Protoporphyrin IX, einem Hemmstoff der HO-1 Aktivität, das Wachstum von Tumorzelllinien und das Wachstum experimenteller Tumoren im Tiermodell zu unterdrücken.

Eine neuartige Methode, die Produktionen von Proteinen zu unterdrücken, ist die Transfektion von small interfering RNA (siRNA). Hierbei wird auf molekularer Ebene die genetische Information für die Produktion eines spezifischen Proteins ausgeschaltet.

Dieser Ansatz wurde jetzt von Forschern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf angewendet, um die Produktion der HO-1 in Hepatomzellen in Zellkultur und in experimentellen Leberzellkarzinomen im Mausmodell zu unterdrücken. Das Ergebnis war ermutigend: Sowohl das Wachstum der Hepatomzellen in Kultur als auch das Tumorwachstum bei der Maus war eingeschränkt.

Derzeit wird untersucht, ob die Hemmung der HO-1-Produktion oder Aktivität dazu führen könnte, dass Hepatomzellen anfälliger gegen den Einsatz von Chemotherapeutika werden. Erste Ergebnisse lassen vermuten, dass dies der Fall ist.

MEDICA.de; Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung