Mobiltelefone (Handys) und Schnurlostelefone emittieren hochfrequente elektromagnetische Felder. Zum Schutz der Bevölkerung gibt es Grenzwerte. Da Handys und Schnurlostelefone direkt an den Kopf gehalten werden, kommt die Strahlenbelastung relativ nahe.

Schon frühzeitig hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO), wegen der starken Verbreitung der Mobilfunk-Technologie epidemiologische Studien durchgeführt. Insbesondere wollte die WHO untersuchen, ob die Nutzung von Handys ein höheres Risiko für Hirntumoren (Gliome, Meningeome und Akustikusneurinome) darstellt. Zu diesem Zweck begann sie im Herbst 2000 eine internationale Studie in 13 Ländern, die von der "International Agency for Research on Cancer (IARC)" in Lyon koordiniert wird (Interphone-Studie).

In Deutschland wurden zwischen Oktober 2000 und November 2003 alle in Bielefeld, Mainz und Heidelberg wohnenden und neu an einem Hirntumor erkrankten Personen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Insgesamt nahmen 366 Patientinnen und Patienten mit einem Gliom, 381 mit einem Meningeom und 97 mit einem Akustikusneurinom teil. Die Kontrollgruppe waren 1535 Personen zufällig aus der Bevölkerung der Studienregion ausgewählte Personen. Mit Patienten und Kontrollpersonen wurde ein systematisches Interview durchgeführt.

Insgesamt gesehen wurde in Deutschland bei Nutzern von Handys und Schnurlostelefonen kein erhöhtes Risiko beobachtet, an einem Hirntumor (Gliom oder Meningeom) zu erkranken. Für Personen, die seit zehn Jahren Handys nutzen, wurde ein leicht erhöhtes Risiko für Gliome gefunden. Allerdings kann dieser Befund erst nach Abschluss der internationalen Auswertung bewertet werden, da dieses Ergebnis aufgrund der kleinen Fallzahl auch ein Zufallsbefund sein könnte.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Epidemiology 2006, Vol. 163, S. 512-520