Aus epidemiologischen Studien weiß man es seit längerem – die Exposition mit Feinstaub führt zu einer Verschlimmerung allergisch bedingter asthmatischer Reaktionen. Welche Rolle ultrafeine Partikel bei diesem Geschehen spielen, wollten Wissenschaftler nun genauer untersuchen. Sie vermuteten, dass besonders die ultrafeinen Kohlenstoffpartikel, wie sie im Dieselruß enthalten sind, einen verstärkenden Effekt auf allergisch bedingte Atemwegsreaktionen haben.

Sensibilisierte Mäuse inhalierten in unterschiedlichen Zeitabständen vor und nach Allergenexposition verschiedene Konzentrationen an ultrafeinen Kohlenstoffpartikeln. Im Anschluss dokumentierten die Wissenschaftler das allergische Entzündungsgeschehen während verschiedener Zeitpunkte nach der Allergenexposition. Dafür registrierten sie mittels bronchoalveolärer Lavage die Gehalte an den Zytokinen IL-4, IL-5 und IL-13 sowie Gesamtprotein und verglichen die Werte mit der unbelasteten Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Eine Exposition mit ultrafeinen Kohlenstoffpartikeln 24 Stunden vor der Allergenexposition führte zu einem signifikanten Anstieg der Entzündungsmarker gegenüber den Kontrolltieren. Auch waren die Effekte klar dosis- und zeitabhängig und sogar dann noch nachweisbar, wenn die Partikel bereits vier Tage vor der Allergenexposition inhaliert wurden. Sie gingen ebenfalls einher mit einer erhöhten Schleimproduktion und verstärkter Reagibilität der Atemwege. In der umgekehrten Reihenfolge - Partikelinhalation nach Allergenexposition - ließen sich dagegen nur mäßige Effekte beobachten.

Diese Ergebnisse unterstützen die Vermutung, dass allergisch sensibilisierte Menschen möglicherweise empfindlicher als andere auf ultrafeine Partikel reagieren könnten.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Allergy and Clinical Immunology 2006, Vol. 117, S. 824-830