Eines der diagnostischen Probleme bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK): Weder die angiologische Untersuchung inklusive Duplexsonografie noch die radiologische Gefäßdarstellung mittels Angiografie geben unmittelbar Auskunft über die Blutversorgung des Endorgans Muskulatur. Einziger momentan zur Verfügung stehender Ischämieparameter ist die klinische Schilderung der Claudicatio-Symptomatik.

In einer Pilotstudie wurde nun die Perfusionsmessung der Wadenmuskulatur mit Ultraschall-Kontrastmittel evaluiert, um verlässlichere Therapieentscheidungen zu erlauben.

15 Patienten mit pAVK im Stadium II nach Fontaine und 15 gesunde Probanden wurden durch eine angiologische Untersuchung mit Dopplerdruck-Messung, Oszillografie vor und nach Belastung und Laufbandtestung ermittelt.

Die Ruheperfusionsmessung erfolgte nach periphervenöser Injektion von 2,4 ml eines Kontrastmittels, die Belastungsmessung nach 30 Zehenständen mit einer erneuten Injektion. Ermittelt wurde die time to peak intensity (TTP).

In einer Zwischenauswertung von sechs pAVK-Patienten und fünf Probanden zeigte sich eine um im Mittel 20,5 Sekunden verlängerte TTP bei den Patienten: 56,8 s bei Gesunden gegen 77,3 s bei Patienten in Ruhe. Nach Belastung kam es in beiden Gruppen zu einer Verkürzung der TTP, wieder mit relativ verlängerter TPP bei Patienten (Gesunde 42,8 s, Patienten 53,0 s).

Eine Verlängerung der Zeit vom Anstieg der Wash-In-Kurve bis zum Erreichen der maximalen Kontrastmittel-Intensität (TTP) spiegelt die bei pAVK-Patienten gestörte Mikroperfusion wider. Die Verkürzung der TTP nach Belastung zeigt die Möglichkeit der reaktiven Hyperperfusion an, wie sie sowohl bei Gesunden als auch bei pAVK-Patienten im Stadium II noch vorhanden ist.

MEDICA.de; Quelle: Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 2005