Ultraschall erleichtert Schmerzausschaltung

Obwohl es bereits seit mehr als 20 Jahren möglich ist, Nervenzellen mit Ultraschall darzustellen, hat sich die Sonografie lange nicht in der Regionalanästhesie durchgesetzt. „Lange Zeit waren die Geräte für die Anwendung in der Schmerztherapie zu unhandlich”, sagt Doktor Stefan Nöldeke, Vorstandsmitglied der DEGUM und Chefarzt der Abteilung für Gefäßchirurgie – Vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie – Venenzentrum, am Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Mit zunehmender Verkleinerung und wachsender Verbreitung tragbarer hochauflösender Geräte haben sich die Voraussetzungen inzwischen deutlich verbessert. „Heute müssen wir den Patienten nicht mehr zum Ultraschallgerät transportieren”, erläutert Nöldeke: „Die Untersuchung ist auch am Krankenbett möglich.”

Bei der Regionalanästhesie führt der Schmerztherapeut mit einer Hand die Ultraschallsonde, während er mit der anderen Hand die Injektionsnadel in Richtung des Zielnerven vorschiebt. Beides, Nadel und Nerv, werden auf dem Monitor sichtbar. „Selbst die Verteilung des Betäubungsmittels im Gewebe kann verfolgt werden”, sagt Nöldeke.

Unter diesen Bedingungen gelingen Nervenblockaden auch an schwierigen Stellen, zum Beispiel die Plexusblockade in der Achselhöhle, wo eine Vielzahl von Sehnen, Blutgefäßen und Nerven neben- und übereinander verlaufen.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Epiduralanästhesie in der Geburtshilfe. Für eine schmerzfreie Geburt müssen die Ärzte das Betäubungsmittel in die unmittelbare Nähe des Rückenmarks leiten. „Das gelingt auch erfahrenen Anästhesisten nicht immer auf Anhieb”, berichtet Nöldeke: „Ultraschall ist hier eine willkommene Hilfe.” Die Steigerung der Erfolgsrate sei inzwischen durch Studien belegt. Im Einzelfall könnten Anfänger mit einem Ultraschallgerät sogar ihre erfahrenen Kollegen übertreffen.



MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)