Unüberwindbare Grenzen für biologische Zellen

Chemische Mikrostrukturen auf Kunststoffoberflächen werden in der Biomedizin von morgen eine entscheidende Rolle spielen, zum Beispiel für die Untersuchungen zu genetischen Veränderungen von Zellen. Eine wissenschaftliche Herausforderung ist dabei insbesondere die Schaffung intelligenter Lösungen für die schnellere Zellkulturdiagnostik, da Biochips immer kleiner werden. Diese Anforderung wird zusätzlich durch den Anspruch verstärkt viele parallele und unterschiedliche Diagnostiken in den so genannten "Zellspots" gleichzeitig durchzuführen.

Forschern des Leibniz-Institutes für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald e.V.) ist es nun erstmalig gelungen, mit Hilfe eines plasmagestütztes Verfahrens, unterschiedlich chemisch funktionalisierte und klar voneinander abgegrenzte Oberflächenareale auf engstem Raum zu erzeugen.

Zentrale Bereiche, welche die Ansiedlung eines Zellrasens für die Gentests ermöglichen, sind jeweils von einer Zone umgeben, die für die biologischen Zellen eine unüberwindliche Grenze bildet. Somit wird ein Überwachsen der Zellen in Nachbarstrukturen wirksam unterbunden und die parallele Durchführung einer Vielzahl unterschiedlicher Tests auf der Fläche eines Chips ist möglich.

INP Projektleiter Dr. Karsten Schröder "Unsere Messungen zeigen, dass sich die chemischen Eigenschaften der verschieden behandelten Areale deutlich voneinander unterscheiden lassen und darüber hinaus scharfe Übergänge aufweisen." Die Ergebnisse wurden jetzt in Brüssel der internationalen Fachwelt vorgestellt und sollen in innovative Zellkulturprodukte umgesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.