Aus früheren Studien weiß man, dass eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus 2 (HSV 2) das Risiko einer HIV-Infektion um das zwei- bis dreifache erhöht. Aus Afrika kommen Untersuchungen, die bewiesen haben, dass ein beschnittner Mann ein etwa halb so hohes Risiko hat, sich durch Geschlechtsverkehr mit HIV zu infizieren als ein unbeschnittener Mann.

3.500 unbeschnittene Männer nahmen an einer neuen Studie teil. Keiner von ihnen war mit HSV-2 oder HIV infiziert. Randomisiert wurden sie entweder sofort oder nach zwei Jahren beschnitten. Der weitere Verlauf zeigte, dass die beschnittenen Männer ein 25 Prozent geringeres Risiko haben, sich mit HSV-2 zu infizieren als unbeschnittene Männer.

In einer Teilstudie wurden 825 Frauen beschnittener Männer untersucht, die HIV-negativ waren. 783 Frauen, ebenfalls HIV-negativ, dienten als Kontrollgruppe. Ihre Männer waren noch nicht beschnitten. Im Verlauf von zwölf Monaten hatten die Frauen der Beschnittenen ein 25 Prozent geringeres Risiko, an einem Herpes zu erkranken. Bei einer bakteriellen Vaginose war das Risiko um 20 Prozent reduziert, bei einer Trichomonadeninfektion sogar um fast 50 Prozent.

93 weitere Paare dienten einer anderen Substudie als Studienpersonen. In allen Fällen war der Mann HIV-positiv und ließ sich beschneiden, die Frau aber war HIV-negativ zu Beginn der Studie. 68 weitere Paare hatten dieselbe Infektionskonstellation, doch die Männer ließen sich nicht beschneiden. Auch hier bestätigte sich, dass die Frauen der beschnittenen Männer sich seltener mit Geschlechtskrankheiten infizierten. Überraschenderweise allerdings infizierten sich die Frauen dieser Substudie häufiger mit HIV, wenn der Mann beschnitten war.

MEDICA.de; Quelle: 15th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections Abstracts 28LB und 33LB