Krankenpflege: Unnötige Transporte vermeiden

18.03.2013

Foto: Krankentransport

Bewohner von Pflegeheimen werden häufig ins Krankenhaus transportiert, auch wenn sie von einer Behandlung vor Ort mehr profitieren würden; © panthermedia.net/Elvira Gerecht

In einem Forschungsprojekt haben Wissenschaftler der Alpen-Adria-Universität (AAU) gemeinsam mit dem Klinikum Klagenfurt und Pflegeheimen an einem Maßnahmenpaket gearbeitet, um unnötige Krankenhaustransporte von Pflegeheimbewohnern zu vermeiden.

Bewohner von Pflegeheimen werden immer wieder ins Krankenhaus eingewiesen, auch wenn sie oft von einer Behandlung vor Ort deutlich mehr profitieren würden. Krankenhaustransporte bergen für ältere Menschen das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen und stellen eine große Belastung dar. „Unnötige Krankenhaustransporte sind daher zum Wohle der Pflegeheimbewohner möglichst zu vermeiden“, erklärt Herbert Janig vom Institut für Psychologie.

In einem Forschungsprojekt haben Wissenschaftler nun in Zusammenarbeit mit der Praxis ein Maßnahmenpaket zur Reduktion vermeidbarer Krankenhaustransporte aus Pflegeheimen entwickelt. Dazu haben sie über ein Jahr hinweg die Transportmaßnahmen in vier Pflegeheimen und im Klinikum Klagenfurt evaluiert.

Im Vordergrund standen dabei die Optimierung der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie die geriatrische Qualifizierung der Pflegekräfte und Hausärzte. Janig sagt zu den Ergebnissen: „Als Schlüssel zur Reduktion medizinisch unnötiger Krankenhaustransporte erwiesen sich die Verbesserung der Kommunikation und Kooperation zwischen Pflegeheim, Hausärzten, Krankenhaus und Heimbewohnern bzw. deren Angehörigen.“ Dies sei im Gesundheitswesen nicht einfach umzusetzen und brauche einen wichtigen Kulturwandel: „Die lange Zeit im Gesundheitswesen dominierende ‚blame culture‘ der wechselseitigen Schuldzuweisungen wird zunehmend von einer systemischen Betrachtungsweise der komplexen Phänomene wie Patientensicherheit und Optimierung der Pflegeheimversorgung abgelöst. Erst die Auflösung des historisch gewachsenen Hierarchiegefälles ermöglicht ein Zusammenarbeiten auf gleicher Augenhöhe.“

In den kommenden zwei Jahren werden in mehreren Pflegeheimen und den Landeskrankenhäusern mit geriatrischen Abteilungen die erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt; bei gleichzeitiger Einführung eines geriatrischen Konsiliardienstes, der die Heimbewohner aufsucht und die betreuenden Hausärzte bei der Behandlung berät.

MEDICA.de; Quelle: Alpen-Adria-Universität