Aus früheren Studien hat man Hinweise, dass Frauen mit Asthma häufiger abnormale Sexualhormon-Spiegel haben. Da lag es nahe, in einer Studie zu untersuchen, ob Frauen mit Asthma und Heuschnupfen häufiger unter einem anormalen Menstruationszyklus leiden als Frauen ohne allergische Erkrankung und ob antiallergische Wirkstoffe irgendeine Rolle dabei spielen.

Die 8.588 Teilnehmerinnen dieser Studie waren Probandinnen der ECRHS-Studie in Dänemark, Estland, Island, Norwegen und Schweden. Keine der Frauen war schwanger oder nahm Sexualhormone ein.

Bei Frauen zwischen 26 und 42 Jahren zeigte sich in der Tat ein klarer Zusammenhang zwischen Asthma beziehungsweise Heuschnupfen und einem irregulären Menstruationszyklus: Dieser erhöht das Risiko, an Asthma zu erkranken um 54 Prozent, das Risiko für Asthmasymptome um 47 Prozent und das Risiko eines Heuschnupfens um 29 Prozent. Um sogar 95 Prozent höher als bei Frauen mit regulärem Menstruationszyklus war das Risiko, zunächst an einem Heuschnupfen und danach an Asthma zu erkranken.

Als man nur jene Frauen analysierte, die keine antiallergischen Wirkstoffe einnahmen, zeigte sich dennoch ein signifikanter Zusammenhang: Auch bei ihnen war das Risiko für Heuschnupfen und Asthma bei irregulärem Menstruationszyklus erhöht.

Frauen im Alter zwischen 42 und 54 Jahren scheinen dagegen weitgehend "immun" gegen diesen Zusammenhang zu sein: In dieser Altersgruppe erhöht ein unregelmäßiger Menstruationszyklus nicht das Risiko für Asthma und Heuschnupfen.

Natürlich stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Menstruationszyklus und Asthma beziehungsweise Heuschnupfen. Die Medikamente scheinen es nicht zu sein. Möglicherweise, so vermuten die Studienautoren, liegt beidem der gleiche metabolische Faktor zugrunde, vielleicht eine Insulinresistenz.

MEDICA.de; Quelle: Thorax 2005, Vol. 60, S. 445-450