Das haben Wissenschaftler des Zucker Hillside Hospital in Glen Oaks, New York, USA, mit Hilfe einer besonderen bildgebenden Technik herausgefunden: dem "diffusion tensor imaging (DTI)". Während die Magnetresonanztomographie (MRI) ein rein statischesBild der Gehirnstrukturen ergibt, zeigt die DTI-Technik die Bewegung von Wassermolekülen auf, was Hinweise auf mikroskopisch feine Gewebeabnormalitäten geben kann.

Die Studiengruppe untersuchte mit Hilfe von DTI die Gehirne dreier Studiengruppen: gesunde Jugendliche, die keine Drogen einnahmen, Jugendliche, die regelmäßig stark Marihuana rauchten (mindestens einmal pro Tag seit mindestens einem Jahr) und schizophrene Patienten im jugendlichen Alter.

Besonders interessant für die Studiengruppe war die Gehirnstruktur des Fasciculus arcuatum. Dieser Faszikel verläuft im linken frontalen Gehirnlappen zwischen dem Broca-Zentrum und dem Wernicke-Zentrum. Dieser Fasciculus arcuatum hat offenbar eine besondere Funktion für die Sprachentwicklung und das Gehör.

Die Entwicklung des Fasciculus arcuatum war bei den gesunden Jugendlichen, wie erwartet, im DTI völlig normal. Anders bei den Marihuana-Rauchern und den Schizophrenen. Bei beiden Probandengruppen zeigten sich im DTI Abnormalitäten, die so ähnlich waren, dass die Wissenschaftler einen Zusammenhang vermuten. Wahrscheinlich greift Marihuana nicht nur negativ in die normale Entwicklung des Gehirns ein, sondern kann bei Menschen, die eine genetische Veranlagung für Schizophrenie haben, den Ausbruch dieser Erkrankung beschleunigen und fördern.

Weitere Studien sollen nun zeigen, ob diese Veränderungen im Gehirn bei Marihuana-Rauchern nur vorübergehend oder ständig sind. Außerdem weisen die Studienleiter darauf hin, dass DTI nicht dazu geeignet sei, Marihuana-Mißbrauch oder das Vorliegen einer Schizophrenie nachzuweisen.

MEDICA.de; Quelle: Radiological Society of North America: 91st Scientific Assembly and Annual Meeting