Dies hat nun eine große Meta-Analyse des National Cancer Institute (NCI) für die USA herausgefunden. Wissenschaftler nutzten dabei Daten des „Surveillance, Epidemiology and End Results (SEER) Program“. Studienleiter Dr. Lan Huang konnte dabei auf die Daten von 1.822 Fällen eines Hodenkarzinoms, 29.033 Fälle eines Kolorektalkarzinoms im Stadium 3 bei Männern und 27.243 Fälle eines Ovarialkarzinoms zurückgreifen. Die Daten stammten aus den Jahren 1973 bis 2000.

In diesem Zeitraum stieg die Heilungsrate beim Hodenkarzinom von 23 Prozent auf 81 Prozent. Vor allem zwischen 1973 und 1984 scheint sich bei dieser Krebsart die Prognose verbessert zu haben. Dies führen die Studienleiter auf die Einführung wirksamer Chemotherapien in den 70er Jahren zurück.

In den letzten drei Jahrzehnten hat sich auch die Prognose des Kolonkarzinoms verbessert: von 29 Prozent Heilungsraten zu 47 Prozent. Bei dieser Krebserkrankung stiegen die Heilungsraten nicht so drastisch und auch nicht so plötzlich an wie beim Hodenkarzinom, dafür gleichmäßiger.

Dem steht das Ovarialkarzinom gegenüber. Dessen Heilungsraten blieben im untersuchten Zeitraum fast unverändert und lagen in den 70er Jahren bei zwölf Prozent, heute bei 14 Prozent. Bei dieser Krebserkrankung hat sich lediglich die Überlebenszeit von nicht behandelten Patientinnen verlängert: von durchschnittlich 0,9 Jahren auf 2,1 Jahre. Die meisten Frauen sprechen zunächst auf die Chemotherapie an. Bis zu 85 Prozent der Betroffenen erleiden dann aber innerhalb von drei Jahren ein Rezidiv, an dem sie dann versterben.

Dies ist um so bemerkenswerter, als bei dieser Krebserkrankung oft dieselben chemotherapeutisch wirksamen Medikamente eingesetzt werden wie beim Hodenkarzinom. Wahrscheinlich sprechen die Krebszellen der beiden Tumorarten unterschiedlich stark darauf an.

MEDICA.de; Quelle: Cancer 2008, Vol. 112, S. 2289-2300