Unterstützung für Krebsforschung

Koordinator des Programms "An integrated concept of tumor metastasis: implications for therapy" (TuMIC) ist Professor Jonathan Sleeman, Forschungsbereich Vaskuläre Biologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Die elf beteiligten Wissenschaftler und ihre Teams aus acht Ländern gehen davon aus, dass die Ergebnisse dieses Projekts eine große Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapiekonzepte haben werden.

Bisher geht die Mehrheit der Krebsforscher davon aus, dass jede Zelle innerhalb eines Tumors die gleiche Fähigkeit besitzt, Tumorwachstum voranzutreiben. Tumorwachstum entspricht in diesem so genannten stochastischen Modell allein der stochastischen Wahrscheinlichkeit, mit der eine Zelle in den Zellzyklus eintritt und anfängt, sich unkontrolliert zu teilen.

Das Konzept der Krebsstammzelle postuliert dagegen, dass sich die Zellen eines Tumors in zwei Gruppierungen gliedert: eine kleine Subpopulation von Tumorstammzellen und eine den Großteil der Tumormasse umfassende Nachkommenschaft, die die Fähigkeit zur Tumorinitiierung verloren hat. Tumoren entstehen nach diesem hierarchischen Modell aus bösartig veränderten Stammzellen und ihren Nachkommen.

Ein weiteres Konzept geht davon aus, dass ein Tumor bestimmte Faktoren bildet, die in anderen Organen spezielle Kompartimente ausbilden, in denen sich Metastasen besonders gut bilden können. Die TuMIC-Wissenschaftler wollen untersuchen, wie solche Kompartimente gebildet werden und ob sie mit Krebsstammzellen interagieren.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Mannheim