Ursache für Alzheimer und Schizophrenie geklärt

01/12/2014
Foto: Gehirn-Scans

Eine Verbindung zwischen Alzheimer und Schizophrenie konnte erstmals eindeutig nachgewiesen werden; © panthermedia/Bernhard Lelle

Das Gehirn verfügt über eine Schwachstelle für Alzheimer und Schizophrenie. Wissenschaftler des Medical Research Council haben diese Region mit Hilfe von Scans identifiziert.

Sie entwickelt sich beim Heranwachsen erst spät und bildet sich während des Alterns früh zurück. Derzeit ist es schwer vorherzusagen, welche Menschen an einer der beiden Krankheiten leiden werden.

Die in "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Forschungsergebnisse könnten eine frühere Diagnose ermöglichen. Bis zu einem Einsatz in der klinischen Praxis sind jedoch noch umfangreiche weitere Forschungsarbeiten erforderlich. Das Team um Hugh Perry führte MRT-Scans der Gehirne von 484 gesunden Freiwilligen durch, die zwischen acht und 85 Jahren alt waren.

Die Wissenschaftler analysierten die natürlichen Veränderungen des Gehirns beim Älterwerden von Menschen. Die Scans machten ein gemeinsames Muster sichtbar.

Die Teile des Gehirns, die sich am spätesten entwickelten, waren auch die ersten, bei denen Anzeichen eines altersbedingten Abbaus erkennbar wurden.

Diese Gehirnregionen, ein Netzwerk aus Nervenzellen oder grauer Gehirnsubstanz, koordinieren Informationen, die von verschiedenen Sinnen wie dem Sehen und dem Hören kommen.

Die Untersuchung der Scans von Patienten mit Alzheimer oder Schizophrenie hat gezeigt, dass die gleichen Regionen betroffen waren. Diese Studienergebnisse stimmen mit Vermutungen anderer Forscher überein. Es gibt einen, wenn auch entfernten, Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten. Laut Perry haben Ärzte Schizophrenie früher als vorzeitige Demenz bezeichnet.

Bis heute gibt es jedoch noch keine eindeutigen Beweise dafür, dass die gleichen Bereiche des Gehirns mit zwei so verschiedenen Krankheiten in Zusammenhang stehen könnten. Jetzt stellten sich wichtige Fragen zu möglichen genetischen und umweltbedingten Faktoren, die früh im Leben eine Rolle spielen und lebenslange Auswirkungen haben.

MEDICA.de; Quelle: Medical Research Council