Ursache von ADHS auf der Spur

Foto: Arzt untersucht Kind per Ultraschall

Veränderungen im Mittelhirn lassen
sich per Ultraschall erkennen;
© Uniklinikum Magdeburg

Die Erkrankung ist durch die Kombination von einer Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung sowie erhöhter Impulsivität definiert. Der Weg zur Diagnose setzt gründliche und aufwändige Untersuchungen voraus, zumal die Leitsymptome bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt sind. Sowohl der extreme "Zappelphilipp", wie auch die kleine Träumerin können von ADHS betroffen sein. Bislang sind keine Veränderungen von Laborwerten oder sogenannte Biomarker für die Erkrankung bekannt.

Nach heutigem Kenntnisstand liegt ADHS in einer teils fehlerhaften Übermittlung zwischen Hirnabschnitten und der fehlerhaften Verarbeitung von Informationen begründet. Eine zentrale Rolle kommt hier dem Botenstoff "Dopamin" zu, der vor allem im Mittelhirn gebildet wird.

Das Team unter Leitung von Doktor Ludwig Niehaus, Klinikum Schloß Winnenden, und Doktor Kerstin Krauel von der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Magdeburg hat ein spezielles Ultraschallverfahren zur Hirnuntersuchung bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Bei der transkraniellen Sonographie kann mit einer kleinen an der Kopfseite platzierten Schallsonde schmerzlos und ohne Strahlenbelastung das Mittelhirn untersucht werden.

Bei ADHS-Patienten korrelierte die Symptomschwere mit dem Echosignal eines dopaminergen Kerngebietes, der Substantia nigra. Diese Hirnveränderungen weisen auf eine vermehrte Vulnerabilität des nigrostriatalen dopaminergen Systems bei ADHS-Patienten hin, die zur verminderten Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität beitragen kann.

"Die Hirnsonographie stellt einen wichtigen methodischen Fortschritt in der ADHS-Forschung dar. Mit ihr können wir nun auch bei den jungen und unruhigen Kindern untersuchen, welche Hirnveränderungen charakteristisch für die unterschiedlichen ADHS-Formen sind", so Krauel. Mit Hilfe der neuen Bildgebungstechnik hoffen die Forscher, den Ursachen von ADHS auf die Spur zu kommen.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg