Ursula Rother für Lebenswerk ausgezeichnet

Prof. Dr. Ursula Rother
© privat / Uni Heidelberg

Das Immunsystem hält uns gesund. Einen wesentlichen Anteil daran hat ein komplexes System von mehr als einem Dutzend sich gegenseitig aktivierenden Eiweiß-Stoffen im Blut, das so genannte "Komplement-System", das Bakterien, Viren oder Würmer abtöten kann.

Wird das Immunsystem durch einen Erreger oder anderen Fremdkörper provoziert, werden die Enzyme des Komplementsystems in einer Kettenreaktion aktiv, die letztlich zur Zerstörung der äußeren Membran und damit zum Tod von Bakterien, Würmern oder zur Auflösung von Viren führt. Die Erreger wehren sich gegen den Angriff.

"Auch bei der Krebsabwehr spielt das Komplementsystem eine Rolle", erklärt Professor Dr. Michael Kirschfink, der die Immunologen-Tagung in Heidelberg organisiert hat, auf der Rother geehrt wurde. Forscher wie die Preisträgerin beschäftigten sich dort mit der Frage: Wie verhindern Krebszellen den Komplement-Angriff? Wie kann man diesen Schutzschild durchbrechen, um eine erfolgreiche Immuntherapie von Tumoren zu entwickeln?

Bei unerwünschten Immunreaktionen, beispielsweise Autoimmunerkrankungen der Niere, werden Wege gesucht, wie das Komplement-System blockiert werden kann. Auch die Abstoßung von Spenderorganen wird durch das Komplement-System gefördert. Hier möchten die Wissenschaftler wissen: Wie kann ein Transplantat vor der Abstoßung durch das Immunsystem bewahrt werden?

MEDICA.de; Quelle: Universität Heidelberg