Häufig wird extrakorporale Membranoxygenierung eingesetzt, um bei Kindern die Wartezeit auf ein neues Herz zu überbrücken. Allerdings hat diese Methode ihre Grenzen. Nicht selten stirbt das Kind, ehe ein passendes Herz gefunden wurde. Ventrikuläre Unterstützungsmaschinen wie die VADs werden bei Erwachsenen zum selben Zweck eingesetzt – Wartezeiten auf ein passendes Organ zu überbrücken. Ob solche Hilfsmittel auch bei Kindern eingesetzt werden können, dazu gibt es nur wenige Daten.

In einer Studie haben Wissenschaftler nun das Ergebnis bei 99 Kindern untersucht, die zwischen Januar 1993 und Dezember 2003 auf ein Spenderherz warteten. Alle erhielten ein VAD. Das Durchschnittsalter der Patienten beim Einsatz des VAD war 13,3 Jahre. Am häufigsten litten die Kinder an einer Kardiomyopathie (78 Prozent der Kinder), 22 Prozent litten an einer kongenitalen Herzanomalie.

Die Kinder waren durchschnittlich 57 Tage an das VAD-System angeschlossen, allerdings mit großen Variationen. Die Spannbreite reichte von einem Tag bis zu 465 Tagen. 39 Prozent der Kinder benötigten ein Gerät, das beide Herzkammern unterstützt.

17 der Kinder starben beim Warten auf ein Spenderherz. Das Todesrisiko war am höchsten in den ersten zwei Wochen nach Einsatz des VAD. Besonders gefährdet sind offenbar Mädchen und Kinder mit einem kongenitalen Herzfehler.

Immerhin 85 Prozent der Kinder konnten auf diese Weise bis zum Eintreffen eines geeigneten Spenderherzens am Leben erhalten werden. Nach Ansicht der Studienautoren ist das Ergebnis dieser Untersuchung ermutigend. Sie habe gezeigt, dass der Einsatz von Herzunterstützungssystemen auch bei kindlichen Anwärtern auf ein Spenderherz sinnvoll sei, so schreiben sie.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2006, Vol. 113:, S. 2313-2319