Eine Arbeitsgruppe um Dr. Magnus J. C. Sjgren vom Karolinska Institute, Huddinge, Schweden, hat schon länger untersucht, ob die Vagusnervstimulation bei Alzheimerpatienten irgendeinen Nutzen zeigt. In einer früheren sechsmonatigen Pilotstudie mit zehn Patienten hatte diese Arbeitsgruppe zeigen können, dass die VNS (vagus nerv stimulation) die kognitive Leistungsfähigkeit der Patienten verbessern kann. Sieben weitere Patienten wurden mit den anderen dann über ein ganzes Jahr hinweg beobachtet.

Nun also die Ergebnisse der verlängerten Studie nach einem Jahr Beobachtungszeit: 40 Prozent der Patienten zeigten in der „Alzheimer Disease Assessment Scale-cognitive subscale (ADAS-cog)“ zumindest keine Verschlechterung oder sogar eine leichte Verbesserung. 70,6 Prozent der Patienten machten unter einjähriger VNS auch im „Mini-Mental Status Examination (MMSE)“ eine gute Figur, indem sie sich verbesserten oder zumindest nicht verschlechterten.

Leichter Dämpfer allerdings beim Vergleich der Werte nach drei, sechs und zwölf Monaten: Während sich seit Beginn der Studie bis zum dritten beziehungsweise sechsten Monat nach VNS-Beginn signifikante Verbesserungen im ADAS-cog und MMSE zeigten, war dieser deutliche Effekt nach zwölf Monaten verschwunden. Nun hatten die Verbesserungen keine statistische Signifikanz mehr.

Der globale Gesamteindruck der Patienten: Ein Jahr nach Studienbeginn hatte sich der Zustand von nur fünf der 17 Patienten leicht verschlechtert. Bei fünf weiteren hatte man den Eindruck, dass sich ihr Zustand leicht oder deutlich verbessert hatte. Nur bei sieben Patienten gab es keinerlei Veränderung. Im Liquor zerebrospinalis war das Tau-Protein nach einjähriger VNS leicht erniedrigt. Insgesamt wurde die Behandlung von den Patienten gut vertragen.

Die Studienleiter betonen den vorläufigen Aspekt ihrer Studie. In Zukunft sollen nun weitere Studien placebokontrolliert durchgeführt werden.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Psychiatry 2006, Vol. 67, S. 1171-1178