Bei schwer kranken Patienten auf Intensivstationen sind Hyperglykämien nicht selten, auch bei Patienten, die nicht an einem Diabetes mellitus leiden. Hyperglykämien führen dazu, dass die Infektionsraten steigen und die Krankenhausverweildauer ebenso. Die meisten Studien zu diesem Thema haben sich der Frage gewidmet, welche Auswirkungen hohe Blutglukosespiegel haben. Ob auch Fluktuationen im Blutzuckerwert einen Aussagewert haben, hat bislang noch kaum eine Arbeitsgruppe untersucht.

Genau dies tat nun aber eine Forschergruppe aus Saudi-Arabien. Dort gewann man 523 Patienten, die auf einer chirurgischen Intensivstation lagen, für eine Studie, in der der Zusammenhang zwischen der Fluktuation des Blutglukosespiegels und der Mortalität untersucht werden sollte. Mit Hilfe der intensivierten beziehungsweise konventionellen Insulintherapie konnten die Wissenschaftler erreichen, dass die Blutglukosewerte zwischen 4,4 bis 6,1 mmol/L beziehungsweise 10,0 bis 11,0 mmol/L lagen. Außerdem ermittelte man den durchschnittlichen Blutglukosewert eines jeden Patienten sowie seinen niedrigsten und den höchsten Wert. Daraus errechneten die Studienleiter dann die Variabilität des Blutzuckerwertes.

Am Ende der Studie konnten die Wissenschaftler klar nachweisen, dass Patienten mit einer hohen Blutzuckervariabilität ein deutlich höheres Mortalitätsrisiko haben als Patienten mit einer geringen Variabilität des Blutzuckerwertes: Während die Mortalität bei Patienten mit hoher Variabilität bei 22,2 Prozent lag, verstarben nur 8,4 Prozent jener mit einer geringen Variabilität (p kleiner 0.001).

Dieser Zusammenhang blieb statistisch signifikant, nachdem man andere Faktoren wie etwa Alter, Diabetes mellitus in der Anamnese und andere herausgerechnet hatte. Pro zusätzlichem Millimol in der Variabilität steigt die Mortalität auf Intensivstationen um zwölf Prozent.

MEDICA.de; Quelle: American Thoracic Society 2008 International Conference Abstract A767