Veränderungen der Hirnstruktur bei Legasthenie sichtbar

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Kinder mit LRS zeigen abweichende
Hirnstrukturen; © SXC

Das Team um Dr. Hans-Joachim Mentzel führte eine Studie mit 28 von der Lese-Rechtschreib- Schwäche (LRS) betroffenen und 21 gesunden Kindern durch. Mit der bildgebenden Methode des Diffusion Tensor Imaging (DTI) machten die Ärzte bei lese-rechtschreibschwachen Kindern strukturelle Unterschiede verschiedener Gehirnregionen gegenüber denen gesunder Kinder sichtbar.

Im Rahmen ihrer Studie untersuchten die Kinderradiologen gemeinsam mit Kinderpsychiatern Schüler im Alter von acht bis 14 Jahren. Diese hatten einen Intelligenzquotienten von mindestens 85. "Wir stellten in verschiedenen Hirnregionen der Kinder, bei denen eine Legasthenie diagnostiziert wurde, abweichende Strukturen im Vergleich zu normal lesenden Kindern fest", erläutert Mentzel. Diese strukturellen Abweichungen könnten ein Indikator für eine Lese- Rechtschreib-Schwäche sein.

Der Einsatz des bildgebenden Verfahrens DTI, mit dem Aussagen zu Struktur und Organisation im menschlichen Hirn getroffen werden können, brachte die Forscher einen Schritt weiter. Diese innovative Methode ist eine besondere Art der Magnetresonanztomographie und bildet die Diffusionsbewegung der Wassermoleküle in den untersuchten Hirnregionen ab. Die Diffusion lässt Rückschlüsse auf die Mikrostruktur des Gewebes ziehen. Mittels des Diffusionskoeffizienten ADC und des Faktors der Gerichtetheit der Diffusion (FA) konnten die Radiologen Strukturunterschiede zwischen Kindern mit und ohne Lese- und Rechtschreib-Störung aufzeigen.

Laut Mentzel verändert sich die Struktur des Gehirns im Laufe des Heranwachsens, wobei insbesondere Effekte des Trainings von Hirnregionen im Rahmen von Längsschnittstudien bei Kindern mit Leistungsstörungen untersucht werden müssen. Deshalb forscht das Ärzteteam konsequent auf dem Gebiet der Legasthenie weiter. Denn momentan lassen sich die Abweichungen der Gehirnstruktur lediglich mit den bildgebenden Methoden der Radiologie erkennen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft e.V.