Verbesserte Heilungschancen bei Peitschenwurminfektion

Mehr als eine Milliarde Menschen sind mit Darmwürmern infiziert, unter anderem auch mit dem Peitschenwurm Trichuris trichiura. Peitschenwurminfektionen werden durch Nahrung übertragen, die mit Fäkalien verunreinigt ist. Eine chronische Infektion kann den Ernährungsstatus, die physische Leistungsfähigkeit und die kognitive Entwicklung insbesondere bei Kindern stark beeinträchtigen. Um Krankheitssymptome zu verringern, werden heute in vielen Ländern Schulkinder regelmäßig entwurmt. Idealerweise werden zusätzlich sauberes Trinkwasser und Sanitäranlagen bereitgestellt und die Gesundheitserziehung verstärkt, um langfristig die Übertragung von Wurminfektionen einzudämmen.

Zur Behandlung von Peitschenwurminfektionen empfiehlt die WHO vier Medikamente, wobei Albendazole und Mebendazole am häufigsten verwendet werden. Im Gegensatz zu Infektionen mit anderen Wurmarten wirkt keines dieser Medikamente besonders gut gegen T. trichiura. Zusammen mit einer einmaligen Dosis Albendazole oder Mebendazole – wie in Schulentwurmungsprogrammen üblich – wirkt Mebendazole mit einer Heilungsrate von 36 Prozent am besten. Werden die Medikamente über mehrere Tage gegeben, erhöhen sich die Heilungschancen. Im Gegensatz zu andern Medikamentenkombinationen, die in den letzten Jahren erprobt wurden, erwies sich die Kombination von Albendazole mit Ivermectin als vielversprechend. Ivermectin wird normalerweise gegen die Flussblindheit und Elephantiasis verwendet, zwei ebenfalls durch Wurminfektionen hervorgerufene Erkrankungen.

Die Studie wurde in zwei Schulen in Sansibar durchgeführt, teilgenommen haben 610 mit T. trichiura infizierte Schulkinder. Diese wurden nach dem Zufallsprinzip entweder mit Albendazole (einmalige Dosis: 400 mg) plus Placebo, Mebendazole (500 mg) plus Placebo, Albendazole plus Ivermectin (200 μg/kg Körpergewicht) oder Mebendazole plus Ivermectin behandelt.

Mit 55 Prozent erreichten Schulkinder, die mit Mebendazole plus Ivermectin behandelt worden waren, drei bis fünf Wochen nach der Behandlung die beste Heilungsrate. Weitaus schlechtere Ergebnisse wurden mit Monotherapien von Mebendazole (19 Prozent) oder Albendazole (10 Prozent) erzielt. Die Nebenwirkungen waren gering, es gab keine Unterschiede zwischen den Medikamenten und Medikamentenkombinationen.

Die Resultate der neuen Medikamentenkombination müssen nun in anderen betroffenen Ländern und Patientengruppen mit stärkeren Infektionen bestätigt werden.


MEDICA.de; Quelle: Universität Basel