Viele Arten von Rückenschmerzen können durch krankengymnastische Übungen gebessert werden. Manchmal verschwinden diese auch, wenn das psychische Gleichgewicht wiederhergestellt ist. Doch wenn strukturelle Veränderungen, etwa durch ein Verschleiß-Syndrom an der Wirbelsäule die Ursache für die Schmerzen sind, hilft häufig nur noch eine Operation.

In den letzten Jahren wurden neue minimal-invasive Therapieverfahren eingeführt. "Damit können, nicht nur Bandscheibenvorfälle behandelt werden, sondern auch Versteifungen einzelner Abschnitte der Wirbelsäule durchgeführt werden, oder durch das Einbringen von Abstandshaltern eine Entlastung der Wirbelgelenke und Bandscheiben erreicht werden" sagt Dr. med. Marcel Prymka, Oberarzt an der Orthopädischen Universitätsklinik Kiel.

Zu diesen neueren Verfahren gehören auch Zementeinspritzungen, mit denen gebrochene Wirbelkörper stabilisiert werden. Dies sei nach Aufrichtung des gebrochenen Wirbels mit einem Ballon sogar bei zusammengesackten Wirbeln möglich. Dieses Verfahren wird Kyphoplastie genannt. Doch diese neuen, minimalinvasiven Verfahren sind nicht bei allen Patienten möglich.

Welcher Patient eine Operation benötigt, und welche Art Operation am besten geeignet ist entscheidet eine ausführliche sogenannte Stufendiagnostik: Neben körperlicher Untersuchung, Röntgenaufnahmen und Kernspintomographien nutzen Mediziner heute auch gezielte Schmerzspritzen an der Wirbelsäule, um herauszufinden, welche Operation wann sinnvoll ist. "Häufig kommen wir leider um größere Versteifungsoperationen nicht umhin", sagt Prymka: "Dann müssen in einer größeren Operation mehrere Wirbel mit Schrauben und Metallstäben stabilisiert werden."

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften