Ein Team um Dr. Christian Haas und Prof. Dietmar Schmidtbleicher vom Institut für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt entwickelte die Stochastischen Resonanz-Therapie (SR-Therapie). Dabei steht der Trainierende auf zwei Fußplatten, die sich mehrdimensional und mit einer Grundfrequenz zwischen vier und acht Hertz bewegen und zur beständigen Destabilisierung des Gleichgewichts führen.

Um eine schnellere Wahrnehmung des Signals zu erreichen, wird die Grundfrequenz von zufälligen (stochastischen) Störfaktoren unterbrochen. Eine übliche Trainingseinheit dauert lediglich fünfmal eine Minute, denn mit diesen kurzen Zeitspannen wird vermieden, dass es zu Ermüdungsreaktionen im Nervensystem kommt.

Bei der Behandlung von Parkinson- Patienten erreichten die Forscher, dass sich das Zittern durchschnittlich um 25 Prozent verringerte und sich die Steifigkeit um 24 Prozent verbesserte. Haas fügt hinzu: "Der Umfang der Symptomreduktion ist allerdings sehr unterschiedlich, bei rund einem Fünftel der Patienten können keine Veränderungen festgestellt werden. Gleichwohl sind die Resultate gut reproduzierbar."

Auch bei einer inkompletten Querschnittslähmung wurden gute Ergebnisse erreicht. Je nach Grad der Rückenmarksschädigung konnte eine Wiederherstellung der Gehfähigkeit erreicht werden. Wahrscheinlich sorgt die Aktivierung von Nervenzellverbänden im Rückenmark (Central- Pattern-Generator), die unabhängig vom Gehirn als Rhythmusgeber arbeiten, für diese Resultate.

Trotz zahlreicher positiver Effekte wollen die Frankfurter Wissenschaftler nicht den Eindruck erwecken, die SR-Therapie sei ein "Allheilmittel", das alle anderen Behandlungsansätze überflüssig macht. Dazu Schmidtbleicher: "Sowohl im Bereich des sportlichen Trainings als auch in der Therapie ist ein effektives Vorgehen generell durch verschiedene, aufeinander abgestimmte Maßnahmen gekennzeichnet."

MEDICA.de; Quelle: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt