Dr. Daniel Teupser vom Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik der Universität Leipzig untersuchte während seines Aufenthalts an der Rockefeller University New York die Genetik von Atherosklerose.

Dafür kreuzten Teupser und sein Team atheroskleroseanfällige, sogenannte C57BL/6-Mäuse, mit atheroskleroseresistenten Mäusen, sogenannten FVB/N-Mäusen. Die folgenden Generationen wurden auf ihre Anfälligkeit für Atherosklerose geprüft. Dazu nutzten die Wissenschaftler eine Software, mit der die Genabschnitte identifiziert werden konnten, die für die Atheroskleroseanfälligkeit verantwortlich sind. Sie identifizierten das Chromosom 10 bei den männlichen und weiblichen Mäusen, das Chromosom 3 nur bei den weiblichen Mäusen und das Chromosom 12 bei weiblichen Mäusen, aber nur dann, wenn sie aus einer Linie stammten, deren männlicher Vorfahre Träger eines atheroskleroseanfälligen Gens war. Umgekehrt fand sich das entsprechende Chromosom 12 nur in männlichen Mäusen, wenn der weibliche Vorfahr das Anfälligkeits-Gen hatte.

''Die Weitergabe des Gens, das für Atherosklerose verantwortlich ist, ist abhängig vom Geschlecht der Elterngeneration. Trägt ein männlicher Nachkomme dieses Gen, muss zuvor die Mutter dieses Gen getragen haben. Umgekehrt erfordert ein weiblicher Nachkomme mit diesem Gen einen entsprechenden männlichen Vorfahren.'', sagt Dr. Teupser. ''Wenn wir also beim Menschen dahinter kommen wollen, wie Atherosklerose und damit Herzinfarkt oder Schlaganfall vererbt werden können, müssen wir die Vererbungslinie beachten.''

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig