Verfahren für präzisere Diagnostik

Foto: Lasermikroskop

Lasermikroskop wird in ein Endos-
kop für die Gallengänge eingeführt;
© Klinikum rechts der Isar

Das Gallengangskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Gallenwege. Es handelt sich zwar um einen eher seltenen Tumor, die Erkrankungsrate ist in den letzten Jahrzehnten jedoch deutlich angestiegen. Klinische Symptome sind erhöhte Leberwerte, Gelbfärbung der Haut, Schmerzen und Gewichtsverlust. Die Tumoren können in der Leber oder in den außerhalb der Leber liegenden Gallengängen auftreten.

Bisher konnte das Gallengangskarzinom nur durch eine Gewebeuntersuchung eindeutig diagnostiziert werden. Für die Entnahme von geeignetem Gewebe ist in der Regel eine Operation nötig, da die Tumoren meist nur schwer zugänglich sind.

An der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar wurde ein neues Verfahren eingeführt, das die Diagnostik dieser Karzinome verbessert: Über eine miniaturisierte Glasfaser mit einer Linse an der Spitze erfolgt eine sogenannte konfokale Lasermikroskopie. Hierbei wird das Gewebe mit dem Laser untersucht, ein Rasterbild zeigt eine mikroskopische Darstellung des Gewebes, ohne dass hierfür Proben entnommen werden müssen. Vor der Untersuchung wird ein Farbstoff gespritzt, anschließend können durch die Faser selbst verengte Gallengangsstrukturen und schwer zugängliche Regionen erreicht und optisch dargestellt werden. Veränderungen im Blutfluss sowie in der Gewebestruktur können dokumentiert werden.

Professor Alexander Meining, der verantwortliche Mediziner, ist mit den Erfahrungen sehr zufrieden: "Bisher haben wir knapp 60 Patienten mit auffälligen Verengungen des Gallengangs mit dieser Methode untersucht. Bei 25 Patienten haben wir dabei bösartige Veränderungen diagnostiziert. Mit der neuen Methode können wir somit schonend, schnell und präzise eine gesicherte Diagnose stellen, ohne dafür operieren zu müssen."

MEDICA.de; Quelle: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München