Verkehr macht allergisch

Foto: Straßenverkehr

Wo sie aufwachsen, beeinflusst das
Allergierisiko von Kindern um bis zu
50 Prozent; © Baumgart/Pixelio.de

In einer Längsschnitt- beobachtung über sechs Jahre untersuchte eine Forschergruppe, ob zwischen dem Auftreten atopischer Erkrankungen und der Belastung durch Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr Zusammenhänge feststellbar sind. Ihrer Analyse legten die Wissenschaftler einerseits die jeweilige Entfernung der elterlichen Wohnung zu verkehrsreichen Straßen zugrunde als auch die für die jeweiligen Wohnadressen der Kinder modellierten Werte der Luftbelastung mit Feinstaub, Dieselruß und Stickstoffdioxid.

Das Forscherteam verglich die Daten von 3061 sechsjährigen Kindern aus München und Umgebung. Deren Entwicklung wurde im Rahmen von Studien zum Immunsystem seit ihrer Geburt verfolgt. Darüber hinaus wurde bei den Kindern im Alter von sechs Jahren das Auftreten spezifischer Immunglobuline, sogenannter IgE-Antikörper, gegen häufige Allergene im Blutserum getestet.

Mit Hilfe von Rechenmodellen konnten die Wissenschaftler individuelle Werte der Exposition der Kinder durch Feinstaub und Stickstoffdioxid abschätzen. Es zeigte sich, dass mit steigender Feinstaub-Exposition eine Zunahme der asthmatischen Bronchitis sowie der Sensibilisierung gegenüber Pollen und anderen häufigen Allergenen stattfand.

Erhöhte Stickoxid-Exposition war mit der Zunahme von Ekzemen verknüpft. Besonders deutlich zeichneten sich die Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von asthmatischer Bronchitis, Heuschnupfen, Ekzemen sowie allergischer Sensibilisierung und dem Wohnumfeld auf: Kinder, die weniger als 50 Meter von einer viel befahrenen Hauptstraße entfernt wohnten, hatten im Vergleich zu abgeschiedener wohnenden Altersgenossen ein um bis zu 50 Prozent höheres Risiko für diese Erkrankungen. Die statistische Analyse der Daten zeigte ein mit steigendem Abstand zur Hauptstraße sinkendes Risiko.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München