Verkehr schlägt auf Herz und Lunge

Stinkt nicht nur, sondern macht
auch noch krank; © PixelQuelle.de

Von 1985 bis 1994 wurde der Gesundheitszustand von 55-jährigen Frauen in mehreren Regionen von Nordrhein-Westfalen untersucht. Dabei sollte der Einfluss von Umweltbelastungen bestimmt werden. Für 4800 dieser Frauen wurden 2002 bis 2005 die Daten zur Sterblichkeit, zu chronischen Atemwegserkrankungen und zur Lungenfunktion analysiert.

Dabei sollte die Todesursache mit Luftschadstoffen verglichen werden. Das taten die Wissenschaftler zum einen über Mittelwerte der Immissionskonzentrationen von Feinstaubfraktionen mit einem oberen Partikeldurchmesser bis zu 10 µm (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2), zum anderen über den Abstand der Wohnung von stark befahrenen Straßen mit mehr als 10.000 Fahrzeugen pro Tag. Während der Beobachtungszeit sind acht Prozent der Frauen verstorben, davon drei Prozent an kardiopulmonaren Todesursachen, also an Erkrankungen des Herz-Kreislauf Systems oder der Atemwege. Dabei zeigten sich Verbindungen zwischen kardiopulmonaler Sterblichkeit und Wohnung, die sich nicht weiter als 50 Meter entfernt von stark befahrenen Straßen befinden. Die Sterblichkeit war hier um 70 Prozent erhöht. Bezogen auf die PM10 Jahresmittelwerte stieg die kardiopulmonale Sterblichkeit pro 7 µg / m3 um 34 Prozent an. Für NO2 betrug der Anstieg 57 Prozent bezogen auf 16 µg / m3.

Auch zum Einfluss von Luftschadstoffen auf Atemwegserkrankungen und die Lungenfunktion wurden die Daten derselben nordrhein-westfälischen Gruppe zu Grunde gelegt. Die Häufigkeit chronisch obstruktiver Atemwegserkrankungen (COPD) betrug 4,5 Prozent. Die Atemwegserkrankungen und die Einschränkung der Lungenfunktion waren am stärksten mit PM10 und der Verkehrsbelastung assoziiert. Wenn der PM10 auf Mittelwerte um 7 µg / m³ anstieg, nahm auch die Prävalenz der COPD um 33 Prozent zu.

Die Studien zeigen: Wohnen an stark befahrenen Straßen und chronische Exposition gegenüber PM10 und NO2 stellen Risikofaktoren für das vermehrte Auftreten von Erkrankungen der Atemwege und Einschränkungen der Lungenfunktion dar. Darüber hinaus ist die Sterblichkeit an Erkrankungen des Herz-Kreislauf Systems und der Atemwege bei den betroffenen Personen erhöht.

MEDICA.de; Quelle: Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit