Kann man Verliebtheit im Gehirn abbilden? Und gibt es dabei Unterschiede zwischen Männern und Frauen? Das hat nun eine Studie mittels funktioneller Bildgebung untersucht. Dabei sollten Gehirnregionen identifiziert werden, die an den Emotionen „Verliebtheit“ und „Unglückliche Verliebtheit“ beteiligt sind, wenn den Probanden Bilder ihres Partners gezeigt werden.

Vier Frauen und zwei Männer im Durchschnittsalter von 24,3 Jahre nahmen an dieser kleinen Studie teil. Alle hatten ihren Partner oder ihre Partnerin weniger als sechs Monate vor dem Untersuchungszeitpunkt kennengelernt.

Es wurden zwei funktionelle Serien gemessen, um mittels funktioneller Magnetresonanztomographie die Veränderungen der zerebralen Durchblutung zu messen, wenn man den Probanden ein Bild des Partners vorlegte beziehungsweise einen Text zur gemeinsamen Partnerschaft vorlas. Kontrollreize waren Erotikfotos und neutrale Texte, dazwischen waren jeweils indifferente Bilder eingestreut. Jeder Reiz beziehungsweise jedes neutrale Bild wurde für jeweils zwölf Sekunden über einen Monitor präsentiert, den die Probanden über ein Spiegelsystem beobachteten. Die funktionellen Daten wurden mittels Brainvoyager in Form einer Gruppenanalyse ausgewertet.

Im Vergleich zum Erotikfoto war während der Präsentation des Partnerfotos die Aktivität in den limbischen Regionen erhöht, speziell im anterioren und posterioren Cingulum beidseits, in der anterioren Insel rechts sowie im medialen frontalen Gyrus beidseits und im Bereich des Temporallappens beidseits. Aktivierungen im Parahippocampus rechts zeigten sich ausschließlich bei Präsentation des Partnerfotos. Im Gegensatz dazu führten die Erotikfotos im Vergleich zu den Partnerfotos zu stärkerer Aktivitätszunahme im rechten orbitofrontalen Bereich sowie in der posterioren Insel links.

MEDICA.de; Quelle: Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) Poster P-022-03