Vermeintliches Wundermittel enttarnt

Fischers Fritze kann ruhig frische Fische
fischen - ein längeres Leben bescheren
sie ihm nicht; © PixelQuelle.de

Omega-3-Fettsäuren wie etwa Eicosapentaensäure (EPA), Docosapentaensäure (DPA) und Docosahexaensäure (DHA) wurden in verschiedenen Studien mit einem protektiven Effekt für Herz und Kreislauf in Verbindung gebracht. Solche Fettsäuren findet man zum Beispiel in Fischen und Fischölen. Auf diesen Zusammenhang kam man dadurch, dass die grönländischen Inuit ein geringes Herz- und Kreislaufrisiko haben.

Nun sollte dieser in vielen Einzelstudien nachgewiesene kardioprotektive Effekt noch einmal systematisch in einer Meta-Analyse untersucht werden. Aus den einschlägigen medizinischen Datenbanken wurden insgesamt 48 randomisierte kontrollierte wissenschaftliche Studien mit 36.913 Teilnehmern extrahiert. Hinzu kamen 41 Kohortenstudien. Alle untersuchten Studien hatten den Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf die Gesundheit untersucht. Zum Zuge kamen nur Studien, in denen die Probanden die Omega-3-Fettsäuren über mindestens sechs Monate eingenommen hatten.

Leider ist das Ergebnis der Meta-Analyse inkonsistent. Sie konnte nicht nachweisen, dass Omega-3-Fettsäuren die Gesamtmortalität signifikant senken. Auch das kombinierte Risiko kardiovaskulärer Ereignisse wird durch die Einnahme solcher Fettsäuren nicht nachhaltig positiv beeinflusst. Offenbar ist es auch gleichgültig, ob die Omega-3-Fettsäuren aus der Nahrung oder aus der Kapsel kommen.

Immerhin ein Trostpflaster. Wenn Omega-3-Fettsäuren, nach dieser Meta-Analyse zu urteilen, keinen protektiven Effekt haben, so schaden sie doch auch nicht. Das Krebsrisiko ist unter der Einnahme solcher Fettsäuren jedenfalls nicht erhöht.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 752-760