Vernünftiger Lebensstil senkt das Risiko

Gesünder leben lohnt sich
© Pixelquelle.de

Der primären Prävention kommt bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle zu. Das gilt vor allem für bestimmte Lebensstilfaktoren und Umwelteinflüsse.

In einer Studie wurde nun untersucht, inwiefern bestimmte Einflussfaktoren sich auf zwölf verschiedene Krebserkrankungen auswirken. Dazu nutzten Wissenschaftler unter anderem die Daten des "Comparative Risk Assessment Project" aus sieben Gebieten der Erde. Die Daten bezogen sich auf das Jahr 2001.

Die Forscher fanden heraus, dass in jenem Jahr mindestens 2,43 Millionen der über sieben Millionen Krebstoten weltweit (35 Prozent) auf das Konto von neun beeinflussbaren Risikofaktoren gingen. 0,76 Millionen dieser Toten starben in hoch entwickelten Ländern, 1,67 Millionen Menschen in Ländern mit geringerem Pro-Kopf-Einkommen. Vor allem Krebserkrankungen bei Männern sind auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen.

Weltweit sind Rauchen, Alkohol und geringe Einnahme von Früchten und Gemüsen die wichtigsten Risikofaktoren für eine Krebserkrankung, vor allem in den wenig entwickelten Ländern. In hoch industrialisierten Ländern sieht das etwas anders aus: Hier ist neben dem Rauchen und dem Alkoholmissbrauch vor allem das Übergewicht ein wichtiger Risikofaktor für Krebs. In den weniger entwickelten Ländern stellt die Übertragung des Humanen Papillomavirus (HPV) einen wichtigen Risikofaktor für Zervixkarzinome bei Frauen dar.

Einige wichtige Karzinome wie das Prostata-, oder Nierenkarzinom sowie Melanome und Lymphome sind durch keinen einzigen der untersuchten Risikofaktoren zu beeinflussen. Andererseits hat die Studie die berufliche Exposition gegenüber Schadstoffen nicht berücksichtigt, die nachweisbar zu Krebs führen können. Dennoch ist klar: Wer nicht raucht, mäßig Alkohol trinkt und auf sein Gewicht achtet, hat viel getan, um sein Krebsrisiko zu senken.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2005, Vol. 366, S. 1784-1793