Hoffnungsvolle Ansätze gibt es mit dem intravenös verabreichten Immunglobulin (IVIg). Es handelt sich dabei um eine gereinigte Mischung aus verschiedenen humanen Immmunglobulinen, die sich bei Systemerkrankungen als nützlich erwiesen haben. Es könnte auch dabei helfen, Beta-Amyloid aus dem Körper zu entfernen. Beta-Amyloid ist einer der wichtigsten pathophysiologischen Ursachen der Alzheimer-Demenz.

In einer kleinen Studie erhielten acht Patienten drei Monate lang IVIg in einer Dosis von einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Danach bekamen sie sechs Monate lang 0,4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Während der ersten drei Monate blieb der kognitive Status der Patienten unverändert, danach verbesserte er sich leicht.

Der Wirkstoff Triflusal stand im Zentrum einer weiteren Studie mit Patienten, die an „Mild Cognitive Impairment“ (MCI) litten. Triflusal ist ein Thrombozytenaggregationshemmer, der im Gehirn antiinflammatorisch wirkt. 257 Patienten erhielten entweder Triflusal (900 mg/Tag) oder Placebo. Während des Nachbeobachtungszeitraums entwickelte sich bei 41 Teilnehmern eine Demenz vom Alzheimer-Typ: bei 16 Patienten unter Triflusal, 25 unter Placebo. In der Verumgruppe war die Wahrscheinlichkeit, dass sich die MCI zu einer Demenz vom Alzheimer-Typ auswuchs, 2,1-fach niedriger als in der Placebo-Gruppe. Weitere Studien sollen dieses Ergebnis nun stützen.

Auch Lithium, das in der Psychiatrie schon lange eingesetzt wird, könnte bei Alzheimer helfen, wie eine Studie mit 71 Patienten zeigt. 33 erhielten zehn Wochen lang Lithium, die anderen Placebo. Lithium hemmt das Enzym GSK-3, das eine wichtige Rolle beim Morbus Alzheimer spielt. Im ADAS-cog-Test zeigte sich unter Lithium eine 30prozentige Verbesserung der Symptome im Vergleich zu einer zehnprozentigen Verbesserung unter Placebo.

MEDICA.de; Quelle: 10th International Conference on Alzheimer’s Disease and Related Disorders