Versicherte stärken Rösler den Rücken

Mit diesem Ergebnis des aktuellen Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung stärken die Krankenversicherten Gesundheitsminister Philipp Rösler in der Auseinandersetzung mit der Pharmaindustrie um niedrigere Medikamentenpreise tendenziell den Rücken.

Überwiegend ablehnend stehen die Versicherten der Neuerung durch das Wettbewerbsstärkungsgesetz von 2007 gegenüber, wonach der zu erstattende Höchstbetrag davon abhängen soll, um wie viel das neue Medikament besser ist. Nur jeder Fünfte steht momentan einer solchen gestaffelten Übernahmeregelung der Kosten offen gegenüber. Die überwältigende Mehrheit (81 Prozent) will, sobald ein Nutzen nachgewiesen ist, die vollen Kosten erstattet wissen.

Es zeigt sich jedoch, dass die Großzügigkeit der Versicherten gegenüber der Pharmaindustrie in konkreten Entscheidungssituationen deutlich abnimmt. Informiert man die Versicherten, dass ein bereits existierendes Medikament 400 Euro kostet und sagt ihnen dann, das neue Mittel dürfte mit Blick auf die Höhe des Zusatznutzen nicht 700 sondern 500 Euro kosten, dann zeigen sich nur noch 49 Prozent so großzügig. Wenn dagegen der Zusatznutzen eines Medikaments insgesamt in Frage steht, votiert die deutliche Mehrheit gegen eine Kostenübernahme (65 Prozent).

Zudem wurde vom Gesetzgeber vorgegeben, dass bei der Bewertung des Nutzens eines Medikaments auch die Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt werden muss. Es zeigt sich, dass die Versicherten hierbei besonders großen Wert auf die Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden (96 Prozent) sowie von Angst- und Depressionszuständen (91 Prozent) legen.

"Die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors legen nahe, dass die Versicherten von der Kopplung der Kostenerstattung an die Höhe des Nutzens überzeugt werden könnten", interpretiert Doktor Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse. Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt jedes Jahr 1.500 Personen zu aktuellen Themen im Politikfeld Gesundheit.

MEDICA.de; Quelle: Bertelsmann Stiftung