Versorgung im Schockraum: MEDICA EDUCATION CONFERENCE bietet international anerkanntes Kurskonzept

Die MEDICA EDUCATION CONFERENCE bietet Ärzten aus Klinik und Praxis, Wissenschaftlern sowie Ingenieuren aus der Medizintechnologie auch in diesem Jahr wieder eine interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltung unter dem Motto „Wissenschaft trifft Medizintechnik“. Aufgrund der hohen Nachfrage im vergangenen Jahr haben die Programmverantwortlichen das internationale Angebot der Konferenz ausgebaut. Dies zeigt sich auch bei den Kursen: Mediziner aller Fachrichtungen können unter anderem das international anerkannte Zertifikat Advanced Trauma Life Support (ATLS®) erwerben.

Nach einer Analyse des TraumaRegisters der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) behandeln Mediziner in Deutschland im Jahr 18.200 bis 18.400 schwerverletzte Menschen. Diese haben ein Polytrauma, also mehrere Verletzungen an verschiedenen Körperregionen gleichzeitig erlitten. Dabei ist mindestens eine der Verletzungen oder ihre Kombination lebensbedrohlich. Die Aufnahme dieser Patienten erfolgt an Kliniken über einen sogenannten Schockraum, in dem ein interdisziplinäres Team von Ärzten unter hohem Zeitdruck über die notwendigen Akutbehandlungen entscheiden muss: Treat first what kills first – was muss zuerst behandelt werden? Wie können mögliche Folgeschäden vermieden werden? Ein standardisiertes Vorgehen für solche Situationen bietet das Advanced Trauma Life Support-Konzept (ATLS®).

Das Advanced Trauma Life Support-Konzept (ATLS®) ist ein Ausbildungskonzept für das Schockraummanagement, das in den 1970er Jahren am American College of Surgeons, Chicago, entwickelt wurde und heute unter internationaler Beteiligung alle vier Jahre aktualisiert wird. Weltweit wird es in über 50 Ländern in Kursen vermittelt, in den USA, Großbritannien, der Schweiz und weiteren Ländern ist es Pflichtbestandteil der ärztlichen Ausbildung.

„Das Kursprogramm ATLS® vermittelt systematisches Wissen, Fertigkeiten und Verhaltensrichtlinien für die ersten Stunden der akutklinischen Diagnostik und Versorgung von schwertraumatisierten Patienten“, erläutert Dr. Frithjof Wagner, Nationaler Kursdirektor für ATLS®-Kurse in Deutschland und Leiter des Kurses auf der MEDICA EDUCATION CONFERENCE. „Es richtet sich an Ärzte aller Fachrichtungen, die im Schockraum zusammenarbeiten, also an Allgemein- und Unfallchirurgen, Anästhesisten, Neurochirurgen, Internisten und Radiologen.“ Ziele seien die schnelle und genaue Einschätzung des Zustandes des Traumapatienten, die prioritätenorientierte Behandlung und die Entscheidung, ob die eigenen Ressourcen zur Behandlung des Patienten ausreichen oder ein Transfer des Patienten zu erwägen ist.

Der ATLS®-Kurs besteht aus Übersichtsvorträgen, Fallpräsentationen und praktischen Übungen in Kleingruppen, in denen Teilnehmer Fertigkeiten für lebensrettende Maßnahmen erwerben. Er findet auf der MEDICA EDUCATION CONFERENCE vom 14. bis 16. November statt. Neben Atemwegsmanagement und Ventilation geht es beispielsweise um die Analyse von Röntgenaufnahmen von Thorax und Wirbelsäulenverletzungen oder das Vorgehen bei Kopf- und Halsverletzungen. In einem Operationspraktikum an der Puppe werden lebensrettende Interventionen wie die Koniotomie, die Pericardiocentese oder die sichere schnelle Anlage einer Thoraxdrainage trainiert. Präsentiert wird auch die Behandlung von Traumata bei Kindern, Schwangeren oder älteren Menschen. Das Kursprogramm sieht einen Eingang- und Abschlusstest mit einer abschließenden Prüfung über die Gesamtinhalte des Kurses vor. Um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl auf 16 Ärzte beschränkt. Ein Tutor betreut kontinuierlich vier Teilnehmer. Fallübungen und praktische Prüfungen finden als full size Simulation mit realistisch geschminkten Patientendarstellern statt. Das Besondere des Kurses auf der MEDICA EDUCATION CONFERENCE in Düsseldorf ist seine Dauer von zweieinhalb statt zwei Tagen – so konnten zusätzlich Übungseinheiten realisiert werden.

„Wir freuen uns, den Teilnehmern der MEDICA EDUCATION CONFERENCE den ATLS®-Kurs anbieten zu können“, sagt Konferenzpräsident Professor Dr. Stefan Frantz. Er sei auf der Konferenz am richtigen Ort, da in der Notfallversorgung Interdisziplinarität und Medizintechnologie eine zentrale Rolle spielen: „Die Patienten profitieren von der interdisziplinären Zusammenarbeit der Ärzte ebenso wie vom hohen Level der Medizintechnologie, beispielsweise bei den Bildgebenden Verfahren, die im Schockraum zur Anwendung kommen.“ Der Kurs zeige damit exemplarisch wofür die MEDICA EDUCATION CONFERENCE stehe. Neben dem Kurs Advanced Trauma Life Support (ATLS®) bietet die MEDICA EDUCATION CONFERENCE auch noch die Möglichkeit, den international zertifizierten Kurs Advanced Cardiac Life Support (ACLS®) zu besuchen, die 3-Länder übergreifende Basisausbildung nach dem Curriculum Notfallsonographie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), einen Sonografie Refresher Kurs sowie ein „Hands on“ in Tropenmedizinischer Labordiagnostik. Die Teilnehmerzahl der Kurse mit internationalem Zertifikat ist begrenzt. Ihre Teilnahme ist kostenpflichtig und bedarf einer separaten Anmeldung. Die Karten sind im Vorverkauf erhältlich, der ab 1. August unter www.medica.de/1130 startet. Die anderen beiden Kurse sind im Preis der Tageseintrittskarte für die Konferenz inbegriffen.

+++ Bei Abdruck Beleg erbeten. +++

Quellen:
Florian Debus, Dr. med. et al.: Numbers of Severely Injured Patients in Germany. A Retrospective Analysis from the DGU (German Society for Trauma Surgery) Trauma Registry, Dtsch Arztebl Int. 2015 Dec; 112(49): 823–829

http://www.dgu-online.de/bildung/fortbildung/advanced-trauma-life-support-atls.html

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