Versorgung von Brustkrebs-Risikofamilien gesichert

Je früher erkannt, desto besser sind
die Heilungschancen
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In manchen Familien ist Brustkrebs wie ein Fluch und tritt in jeder Generation auf. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen werden vererbt. Nach der Entdeckung der so genannten Brustkrebs-Gene BRCA 1 und 2 Mitte der neunziger Jahre initiierte die Deutsche Krebshilfe ein Verbundprojekt zum "Familiären Brust- und Eierstockkrebs".

In zwölf universitären Zentren wurden Strukturen aufgebaut, um Rat suchende Menschen zu betreuen, Gen-Analysen durchzuführen und ein Früherkennungs- sowie Behandlungskonzept zu erarbeiten. Die Deutsche Krebshilfe förderte dieses Verbundprojekt von 1996 bis 2004 mit insgesamt 14,5 Millionen Euro.

Das Konsortium aus Gynäkologen, Psychologen, Human- und Molekulargenetikern beriet bis heute über 7.000 Menschen und konnte bei über 3.000 Familien Gentests durchführen. Hochrisiko-Patienten erhielten das Angebot einer engmaschigen Früherkennung, um mögliche Krebserkrankungen frühzeitig und damit in einem heilbaren Stadium zu entdecken.

Die Spitzenverbände der Krankenkassen zeigen sich nun überzeugt von der Bedeutung des Versorgungsnetzes. "Wir setzen uns dafür ein, diese Form der Spitzenmedizin in Deutschland zu erhalten", so Dr. Johannes Bruns vom Verband der Angestellten-Krankenkassen. Das Zentrum Köln/Bonn unter der Leitung von Frau Professor Dr. Rita Schmutzler konnte Verträge mit den Krankenkassen abschließen und so die Regelfinanzierung sicher stellen.

Die flächendeckende Finanzierung steht unmittelbar bevor. "Brustkrebs-Risikofamilien bekommen so eine weltweit einzigartige, intensive Betreuung", betonte Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK-Rheinland.

"Risiko-Patienten mit einer nachgewiesenen oder hoch wahrscheinlichen vererbten Gen-Veränderung bieten wir heute verschiedene Möglichkeiten an: Entweder engmaschige Untersuchungen, um mögliche Tumoren frühzeitig zu entdecken, oder die prophylaktische Entfernung von Brust- oder Eierstockgewebe", erklärte Schmutzler.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.