Der Mangel an geeigneten Spenderorganen ist ein großes Problem der Transplantationsmedizin. Darum wurden die Kriterien zur Akzeptanz eines Spenderherzens in den vergangenen zehn bis 15 Jahren erheblich erweitert. Jeder sechste Empfänger erhält heute ein über 50-jähriges Herz implantiert.

Mit höherem Alter der Spender ist naturgemäß aber auch ein höheres Risiko für eine Koronarsklerose verbunden. Jeder fünfzehnte Empfänger bekommt versehentlich eine Koronarsklerose "mittransplantiert".

In einer Untersuchung sollte nun geklärt werden, welchen Einfluss eine im Rahmen der Transplantation versehentlich übertragene Koronarsklerose auf den weiteren Verlauf hat. Dazu wurden alle Patienten untersucht, bei denen in der Zeit von April 1986 bis Dezember 2000 am Deutschen Herzzentrum Berlin eine Herztransplantation durchgeführt wurde.

Bei 82 von 1168 Patienten wurde mit dem Spenderherz eine signifikante Koronararteriensklerose übertragen (KAS-Gruppe), bei den übrigen 1086 Patienten hatte das Spenderherz unauffällige Koronarien (NAKS-Gruppe). Wie zu befürchten war, hatten die Patienten mit übertragener Koronarsklerose (KAS) im Frühverlauf ein erheblich höheres Risiko, an einem "early graft failure" zu versterben.

Jenseits des ersten Jahres nach Transplantation hatte die übertragene Koronarsklerose dann jedoch keinen Einfluss mehr auf das Überleben: Der Anteil der Patienten, der pro Jahr verstarb, war mit 4,2 Prozent (KAS) und 5,4 Prozent (NKAS) nicht signifikant unterschiedlich (p größer 0,05).

Auch die Entwicklung einer Transplantatvaskulopathie (chronische Abstoßung) wurde in der KAS-Gruppe nicht durch die bestehenden Läsionen begünstigt (p größer 0,05). Allerdings fand sich in den Myokardbiopsien der KAS-Gruppe häufiger eine durch Proliferation bedingte ausgeprägte Wandverdickung der peripheren Gefäße (Mikrovaskulopathie).

MEDICA.de; Quelle: 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie