Im Jahre 2003 wurden in den USA sieben Prozent weniger Mammakarzinome neu diagnostiziert als im Jahr zuvor, wie Wissenschaftler vor wenigen Tagen auf dem "29th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium (SABC)" berichteten. Die Wissenschaftler vom National Cancer Institute and Harbor-University of California, Los Angeles Medical Center, hatten die Mammakarzinomzahlen für neun Regionen der USA untersucht. Sie fanden heraus, dass die Inzidenz des Mammakarzinoms zwischen 1990 und 1998 um 1,7 Prozent pro Jahr stieg. Danach allerdings fielen die Inzidenzraten bis zum Jahre 2003 um ein Prozent pro Jahr. Im Jahre 2003 dann eben sogar um sieben Prozent.

Parallel dazu wurde die Hormonersatztherapie immer seltener eingesetzt, seit sich in Studien gezeigt hatte, dass sie das Wachstum von Mammakarzinomen unterstützen kann: Zwischen 2001 und 2003 sank der Hormonverbrauch um rund 68 Prozent. Erste Zahlen zeigen nun, dass der Abwärtstrend in den Mammakarzinomzahlen sich vermutlich auch im Jahre 2004 fortgesetzt hat.

Am stärksten gingen die ER-positiven Mammakarzinome zurück, nämlich um 8,0 Prozent versus 4,0 Prozent bei den ER-negativen Mammakarzinomen. Bei Frauen über 50 Jahre ist dieses Verhältnis sogar noch ausgeprägter: Einem Rückgang von 12,0 Prozent bei den ER-positiven Mammakarzinomen steht dort ein Rückgang von 4,0 Prozent bei den ER-negativen Mamakarzinomen gegenüber.

Nach Schätzungen haben rund 30 Prozent der Frauen über 50 Jahre in den USA zu Beginn des Jahrtausends Hormone eingenommen. Etwa die Hälfte von ihnen stoppte die Einnahme im Jahre 2002, nachdem die "Womens’s Health Initiative"-Studie gezeigt hatte, dass die Kombination aus Östrogen und Progesteron das Risiko eines invasiven Mammakarzinoms signifikant erhöhen kann.

MEDICA.de; Quelle: 29th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium (SABC) Abstract 5