In früheren Studien konnte man nachweisen, dass hohe Homozystein-Spiegel das Risiko einer Alzheimer-Demenz erhöhen. Verschiedene Substanzen wie zum Beispiel Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 senken den Homozystein-Spiegel. Daher hat man bereits mehrfach untersucht, ob eine gesunde Kost mit viel Folsäure und Vitaminen das Alzheimer-Risiko senken kann. Die Ergebnisse waren uneinheitlich. Daher hat man dies jetzt noch einmal in einer großen Studienpopulation untersucht, deren Probanden unterschiedlicher ethnischer Herkunft waren.

965 Personen aus New York im Alter über 65 Jahre nahmen daran teil und füllten zu Beginn der Studie einen umfangreichen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus, aus dem man die Aufnahme von Folsäure und Vitaminen errechnete. Keiner der Probanden zeigte zu Beginn der Studie Anzeichen einer Demenz.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von 5.902 Personenjahren traten 192 Fälle einer klinisch nachweisbaren Demenz vom Alzheimer-Typ auf. Als man diese Fälle mit den Nahrungsgewohnheiten verglich, zeigte sich ein sehr gemischtes Ergebnis: Weder Vitamin B6 noch Vitamin B12 hatten einen signifikanten Einfluss auf das Risiko einer Alzheimer-Demenz.

Anders sah es dagegen mit der Folsäure aus: je höher die tägliche Folsäureaufnahme, desto geringer das Alzheimer-Risiko: Im Vergleich zu einer täglichen Aufnahme von höchstens 292.9 Mikrogramm sank das relative Risiko bei einer Aufnahme von 293 bis 365 Mikrogramm auf 0.9; bei einer Aufnahme bis 487.8 Mikrogramm auf 0.7 und wer mehr als 487.8 Mikrogramm Folsäure täglich zu sich nimmt, hat nur noch ein halb so hohes Risiko.

Die ethnische Herkunft der Probanden hatte keinen Einfluss auf dieses Ergebnis.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Neurology 2007, Vol. 64, S. 86-92