Viel Natur bekämpft den Speck

Der schlanken Linie hilft Grün
im Wohnviertel etwas nach
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Primäre Ursache des Übergewichts ist ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieabgabe. Zunehmend begreift die Wissenschaft, dass bei der Bekämpfung des Übergewichts nicht nur individuelle Faktoren wie Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten eine Rolle spielen sondern auch die Lebensumstände und vor allem die Umgebung, in der man lebt.

Wissenschaftler haben nun den Zusammenhang zwischen der Wohnumgebung und Übergewicht untersucht. Dazu nutzten sie Daten der "Large Analysis and Review of European Housing and Health Status"-Studie, die 2002 und 2003 in acht europäischen Ländern durchgeführt wurde. 6.919 Personen aus acht Städten nahmen daran teil, zum Beispiel in Angers, Frankreich, und Bonn in Deutschland.

Man bat die Probanden, mittels eines Fragebogens Auskunft über ihre Gesundheit zu geben. Unter anderem wurde nach Größe, Gewicht und körperlicher Aktivität gefragt. Daraus berechneten die Studienleiter dann den Body Mass Index. Zugleich beobachteten Wissenschaftler das Umfeld, in dem die befragten Menschen lebten. Sie notierten zum Beispiel, wie häufig sie Graffiti an den Wänden sahen, Abfall auf den Straßen oder Hundekot. Auch Grünflächen wurden bewertet.

Der Zusammenhang zwischen Grünflächen und Übergewicht der Bewohner war beeindruckend: Im Vergleich zu Menschen, die mit sehr wenig Grün in der Nachbarschaft auskommen müssen, haben Menschen mit sehr viel Natur in der Umgebung ein 37 Prozent geringeres Risiko, übergewichtig zu sein (p kleiner 0.001). Bei durchschnittlich viel Grün sind es immerhin noch 26 Prozent weniger (p kleiner 0.003).

Bürger, die mit sehr viel Graffiti und Abfall in den Straßen leben müssen, haben ein 42 Prozent höheres Risiko, übergewichtig zu sein als Bürger in Graffiti- und abfallarmen Stadtteilen. Bei durchschnittlicher Verschmutzung sind es immerhin noch 16 Prozent mehr.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 331, S. 611-612