Dies zeigen neue Ergebnisse der EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie: eine prospektive Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern sind an der Studie beteiligt.

Wissenschaftler werteten nun die Ernährungsgewohnheiten und medizinischen Daten von 192 neuerkrankten Typ-2-Diabetikern und 382 Kontrollpersonen aus. Sie untersuchten zunächst, welche Lebensmittelmuster mit den Serumspiegeln von Diabetes-Biomarkern verbunden waren. Dabei konnte ein Lebensmittelmuster identifiziert werden, das mit hohen HDL-Cholesterin- und Adiponectin-Werten und niedrigen HbA1c- und CRP-Konzentrationen im Blut der Personen in Zusammenhang stand.

Adiponectin ist ein vom Fettgewebe produziertes Protein, das die Wirkung von Insulin verstärkt. Niedrige Serumkonzentrationen sind ein Risikofaktor für die spätere Entstehung des Diabetes mellitus. Erhöhte Blutwerte des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP) bedeuten ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus.

Dieses Lebensmittelmuster ist besonders durch den Verzehr von acht Lebensmittelgruppen charakterisiert. Es umfasst die Kombination von viel frischem Obst und wenig kalorienhaltigen Erfrischungsgetränken, Bier, rotem Fleisch, Geflügel, Wurstwaren, Hülsenfrüchten und hellem Brot. Personen, die sich durch eine solche Ernährungsweise auszeichneten, hatten nach Auswertung der epidemiologischen Daten ein deutlich reduziertes Typ-2-Diabetesrisiko.

Der beobachtete Zusammenhang zwischen Lebensmittelmuster und verringertem Diabetesrisiko war unabhängig von BMI (body mass index), Raucherstatus, Freizeitaktivitäten, Energieaufnahme, Bildungsstand, Alter und Geschlecht.

MEDICA.de; Quelle: Diabetologia 2005, Vol. 48, Online First