Die Multiple Sklerose gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Bis zu zwei Millionen Menschen sollen davon betroffen sein. Man vermutet, dass Umweltfaktoren wie zum Beispiel das Sonnenlicht oder Vitamin D das Risiko beeinflussen.

Zumindest für die Vitamin D-Spiegel scheint das zu stimmen, wie jetzt die Ergebnisse einer großen Studie der Harvard School of Public Health in den USA gezeigt haben. Nicht weniger als sieben Millionen Angehörige des US-Militärs nahmen daran teil. Alle hatten mindestens eine Blutprobe im „US Department of Defense Serum Repository (DoDSR)”. Diese Datenbank wurde ursprünglich eingerichtet, um US-Soldaten medizinisch zu überwachen. Typischerweise gibt jeder Soldat zu Beginn seiner Dienstzeit eine Blutprobe ab und danach etwa alle zwei Jahre eine weitere.

Zwischen 1992 und 2004 erkrankten 257 Soldaten an Multipler Sklerose. Diese Patienten verglich man mit einer randomisiert ausgewählten Vergleichgruppe gleichen Alters, Geschlechts und ethnischer Zugehörigkeit. Um den Einfluss der Hautfarbe auf die Vitaminspiegel der Studienteilnehmer auszuschließen, analysierte man die Daten getrennt für Weiße, Schwarze und Lateinamerikaner.

Bei Weißen sinkt das Risiko einer Multiplen Sklerose mit steigenden Vitamin D-Werten. Probanden in der höchsten Quintile (etwa 100 nmol/L) haben ein 62 Prozent geringeres Risiko, daran zu erkranken als Personen, deren Vitamin D-Spiegel in der niedrigsten Quintile (etwa 62 nmol/L) liegt. Bei Schwarzen und Lateinamerikanern fand sich keinerlei Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und dem Risiko einer Multiplen Sklerose. Auch das Geschlecht hatte keinen Einfluss auf das Risiko. Allerdings ist es nach Ansicht der Studienautoren noch zu früh, die Einnahme von Vitamin D-Pillen zu empfehlen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association (JAMA) 2006, Vol. 296, S. 2832-2838