Noch immer ist nicht klar, wie hoch die optimale Serumkonzentration von Vitamin D (25-Hydroxyvitamin D [25(OH)D]) sein soll. Bislang hat man die optimale Dosis als jene definiert, bei der das Parathormon (PTH) maximal supprimiert wird. Parathormon fördert nämlich den Abbau des Knochens. Im Blick hat man dabei also den Knochenmetabolismus älterer Menschen. Doch kann dies der Maßstab für die beste Vitamin-D-Dosis sein? Tatsächlich schwankt der Bedarf an Vitamin D im Körper stark und hängt unter anderem von der renalen Ausscheidung, der körperlichen Bewegung und vielem anderen mehr ab.

Wissenschaftler der Harvard School of Public Health in Boston, Massachusetts, USA, haben sich jetzt auf die Suche nach dem besten Vitamin-D-Wert gemacht. Sie analysierten die vorhandenen Studien und unterzogen sie einer Meta-Analyse. Dabei bezogen sie sich auf die Knochendichte, Funktion der unteren Extremitäten, Zahngesundheit, Sturzrisiko, Frakturrisiko und Risiko eines Kolonkarzinoms.

Demnach sollte sich mindestens 30 ng/mL 25(OH)D im Blut befinden. Der beste Bereich liegt zwischen 36 und 40 ng/mL. Solche Zielwerte können mit den aktuellen Empfehlungen jedoch nicht erreicht werden. Zur Zeit empfehlen die einschlägigen Fachgesellschaften, dass jüngere Menschen täglich 200 IU Vitamin D zu sich nehmen sollten, ältere Menschen 600 IU.

Die Studienautoren schlagen daher vor, die Empfehlungen für die tägliche Vitamin D-Aufnahme drastisch zu erhöhen: Mindestens 1.000 IU (40 Mikrogramm) Vitamin D für alle. Damit könnte man den Vitamin D-Spiegel bei 50 Prozent aller Personen auf das Minimum von 30 ng/mL anheben.

Die Vitamin D-Aufnahme zu steigern ist nach Ansicht der Studienautoren zum einen sehr einfach, preiswert und mit keinen Nebenwirkungen verbunden. Der Nutzen für die Knochen und den Darm dagegen sehr groß.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2006, Vol. 84, S. 18-28