Rückenschmerzen zählen zu den größten Gesundheitsproblemen Deutschlands. Doch was wissen wir tatsächlich über diese Erkrankung? In einer Studie wurden nun Daten zu epidemiologischen Befunden der Prävalenz und Inzidenz von Rückenschmerzen analysiert. Außerdem die ihnen zugrunde liegenden Risikofaktoren und die durch Rückenschmerzen bedingte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen.

Wissenschaftler schlossen in diese systematische Recherche neben epidemiologischen Primärstudien Leistungsstatistiken des Gesundheitswesens und Krankheitskostenanalysen ein. Relevante Publikationen wurden durch Nutzung elektronischer Literaturdatenbanken (insbesondere Medline) identifiziert.

Unter dem Schlüssel ICD-10 M40-M54 klassifizierte Krankheiten der Wirbelsäule sind die häufigste Ursache für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie führen zu einer erheblichen Inanspruchnahme ärztlicher Dienstleistungen. Produktivitätsausfälle durch zeitlich befristete Arbeitsunfähigkeit bedingen die meisten der geschätzten jährlichen volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von 16-22 Mrd. Euro. Den erheblichen Kosten entspricht die hohe Lebenszeitprävalenz von Rückenschmerzen. Sie liegt um 80 Prozent, die Punktprävalenz beläuft sich auf 30-40 Prozent. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Betroffenen ist in klinisch relevantem Umfang beeinträchtigt.

Die besten Prädiktoren für das Auftreten und die Persistenz von Rückenschmerzen sind frühere Rückenschmerzen sowie Schmerzen in angrenzenden Körperregionen. Das weite Spektrum anderer Prädiktoren, wie zum Beispiel Depressivität, psychosozialer Distress, Somatisierung, Katastrophisierung, niedrige Arbeitszufriedenheit sowie soziodemographische und sozioökonomische Variablen belegt die multifaktorielle Genese dieser Beschwerden.

MEDICA.de; Quelle: Zeitschrift für Orthopädie 2005, Vol. 143, S. 292-298