Bild: CT-Aufnahme eines Herzens 
Solche Bilder haben ihren Preis
© Uni Bochum

Die schnellen schönen Bilder aus dem Computertomographen (CT) sind verlockend. Die Kehrseite, die hohe Strahlenbelastung für die Patienten, wird oft unterschätzt, was laut einer Studie des Instituts für Radiologie der Ruhr-Universität Bochum zu einem unkritischen Einsatz des Verfahrens führt. Sie führten eine Umfrage unter Nicht-Radiologen in den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil durch.

"Es werden zurzeit zu viele CT-Untersuchungen angemeldet, weil eine gewisse Sorglosigkeit bei den Zuweisern besteht", so Dr. Christoph Heyer, der die Befragung durchführte. Medizinstudium und radiologische Fortbildungsmaßnahmen müssten Ärzte aller Fachrichtungen stärker für die Strahlenbelastung sensibilisieren und die Hemmschwelle, eine solche Untersuchung zu initiieren, anheben, empfehlen die Spezialisten.

119 Ärzte aus Chirurgie, Innerer Medizin, Anästhesie und Neurologie des Universitätsklinikums hatten sich an der Befragung beteiligt. 39,5 Prozent der Befragten schätzten die Strahlendosis einer konventionellen Röntgenaufnahme des Brustraums mit 0,01 bis 0,1 Milli-Sievert (mSv) richtig ein; nur 33,6 Prozent der Ärzte wussten, wie hoch die Strahlenbelastung einer Computertomographie des Brustraums beim Erwachsenen ist: 1 bis 10 mSv. Zum Vergleich: Die Strahlenbelastung eines Menschen durch natürliche Quellen wie kosmische Strahlung beträgt etwa 2,1 mSv pro Jahr.

Noch weniger Befragte waren sich der Höhe der Strahlendosis einer Herz-CT und einer CT-Untersuchung beim Säugling (je 10 bis 100 mSv) bewusst (26 bzw. 27 Prozent) - alles Untersuchungen, die zum Alltag in der Universitätsklinik gehören. Rund 12.000 Computertomographien werden hier jedes Jahr angefertigt, Tendenz steigend. Weder die Berufserfahrung, noch die Position oder Fachrichtung der Befragten machten einen Unterschied bei den Ergebnissen.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum